Blogparade – Halloween Edition

Es ist mal wieder soweit: Blogstöcken! Oder auch Blogparade – man kann es nennen wie man will. Fakt ist, die wunderbare Robin hat mich nicht nur nominiert, nein, sie hat sogar selbst eine Blogparade erschaffen und sich dafür höchst selbst einige Fragen ausgedacht. Saisonal bedingt geht es dabei um Halloween und alles was man so damit verbindet – Tod, Geister, Jenseits, Horror  – quasi all das, über das ich eigentlich versuche nicht zu oft nachzudenken, aber es jetzt mal trotzdem tue.

Die Regeln der robin’schen Blogparade sehen wie folgt aus:
– Die Fragen beantworten. Es sind ursprünglich 9 gewesen (auch wenn Robin 10 gezählt hat), aber weil ich ungerade Zahlen unbefriedigend finde, habe ich noch eine hinzugefügt. Frage 10 ist also variabel und kann ausgetauscht werden.
–Anschließend die Fragen weitergeben (fast wie eine Nominierung im BigBrother Haus aber cooler weil netzwerken fetzt.)
– Einen Link hinterlassen, wenn ihr die Fragen beantwortet habt.

Wissen alle was zu tun ist? Ja? Na dann mal los.

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1. Für die einen ist es ein blöder Ami-Brauch, für die anderen ein ernsthafter Feiertag: Wie ist deine Meinung zu Halloween?
Ich persönlich feiere Halloween nicht. Was zum Großteil daran liegt, dass ich nicht damit aufgewachsen bin und das hier in Deutschland generell keine traditionelle Verwurzelung hat. Ich kann die Begeisterung allerdings irgendwie verstehen – soll halt jeder feiern was er will. Und vielleicht in ein paar Jahren, finde ich Halloween vielleicht sogar gut – wer weiß das schon. Kürbisse mag ich jedenfalls – insbesondere wegen ihres Geschmacks.

2. Feierst du Halloween und wenn ja, wie?
Glücklicherweise fällt Halloween in diesem Jahr auf einen Freitag. Dementsprechend werde ich an Halloween das tun was ich freitags immer tue: arbeiten, dann nach Hause gehen, die Jogginghose anziehen, mir was schönes kochen (aus gegebenem Anlass vielleicht ‘ne Kürbissuppe) und in meinem Bett liegend sinnlos im Internet surfen. Traditionen müssen gewahrt werden.

3. Was ist dein Lieblingskostüm?
Es ist tatsächlich schon lange her, dass ich mich verkleidet habe. Im Kindergarten hatte ich ein Pipi Langstrumpf Kostüm was meine Oma selbst genäht hatte. Das war ziemlich cool.
Würde ich mich jetzt verkleiden, wäre es vermutlich nichts gruseliges sondern irgendwas geekiges. Harry Potter, Doctor Who oder Sherlock Holmes. Und gesetzt den Fall, dass ich irgendwann mal wieder einen Partner habe und wir gemeinsam auf eine Halloween Party gehen, werden wir uns als Chip und Chap verkleiden (ich bin Chip(!) und mein hypothetischer Freund wird das akzeptieren).

4. Was war dein Kindheitsmonster? 

Nope.

Nope.

Uuurghhhs.

Uuurghhhs.

Gremlins! Natürlich nicht der süße kuschlige Gizmo sondern die nassen, zähnefletschenden, spitzzähnigen, fiesen Gremlins.
Und dann natürlich General Woundwort aus dem Film Watership Down, der eigentlich nun wirklich kein Kinderfilm ist aber fälschlicherweise allen Kindern in meiner Grundschule gezeigt wurde. (Ist ja ein Trickfilm mit Hasen. Voll süß).
Um mal ganz ehrlich zu sein, beides gruselt mich immernoch ein bisschen. 

5. Viele Leute schwören, nicht abergläubisch zu sein. Aber Hand auf’s Herz: Jeder glaubt doch irgendwie, Glück und Pech beeinflussen zu können. Welchem Aberglauben hängst du an? 
Dreimal auf Holz klopfen wenn man sich die Zigarette an einer Kerze anzündet (sonst stirbt ein Seemann!)

6. Glaubst du an Geister?
Kurze Antwort : Nein. Lange Antwort: Jein.
An “richtige” Geister glaube ich nicht. Alle derartigen paranormalen Phänomene die beobachtet wurden, können entweder bereits physikalisch erklärt werden und werden in der Zukunft mittels neu entdeckter Verfahren und Entdeckungen aufgeklärt werden können.
Geister sind allerdings meist metaphorisch. Sagt man so etwas wie: “Er wird vom Geist seiner verstorbenen Frau heimgesucht” meint man entweder psychische Störungen oder in den meisten Fällen eine Erinnerung. Ich denke außerdem, dass der Gedanke, dass Menschen, wenn sie von uns gehen, etwas wie ihre Seele zurücklassen, nur aus dem Wunsch heraus entsteht, sich nicht endgültig trennen zu müssen. Müssen wir aber auch gar nicht, Menschen leben ja in Erinnerungen weiter. Heißt also: Geister sind Erinnerungen.

Sollte ich mit dieser Antwort irgendwelche echten Geister verärgert haben: Bitte sucht mich nicht heim um mich eines Besseren zu belehren.

7. Der Tod lauert überall… In welcher Situation ist dir mal der Gedanke gekommen: “Ich hätte gerade sterben können?”
Vor ein paar Jahren hatte ich es eilig und bin bei rot über die Ampel. Ein Typ hat mich noch an der Jacke festgehalten sonst hätte mich die heranfahrende Tram vermutlich voll erwischt. Danke, Unbekannter, ich schulde dir echt was und werde nicht zögern dich mal an der Jacke festzuhalten!
Und was lernen wir daraus liebe Kinder? Wenn die scheiß Ampel rot ist, dann bleibt man stehen!

8. In unserer heutigen Zeit wird der Tod gerne ausgeblendet. Wie gehst du persönlich damit um?
Ich bin mir durchaus bewusst, dass wir alle irgendwann sterben müssen. Das heißt aber nicht, dass ich keine Angst davor habe. Soweit es geht, versuche ich die Gedanken an den Tod auszublenden. Schon allein deshalb weil der Gedanke an meinen eigenen oder noch viel mehr der Gedanke an den Tod von Familienmitgliedern oder Freunden in einer Panikattacke mündet. Darauf kann ich verzichten. Die Hände schwitzen bereits, ich höre jetzt auf darüber nachzudenken.

9. Ich lege dir 1000 Euro in bar auf den Tisch und einen Zettel, auf dem steht “Hiermit verkaufe ich dem Besitzer dieses Vertrags meine Seele”. Würdest du das Geld nehmen und ihn unterschreiben?
Ich weiß nicht so genau. Das hinge davon ab, wie dringend ich grad Geld brauche. Man will natürlich nichts riskieren aber ich habe in meiner Jugend mal die Seele eines Pfarrerssohns für läppische 50 Cent erworben. Und dem ging’s gut. Unglücklicherweise habe ich den Zettel verloren. Aber lieber A.S., deine Seele gehört rechtmäßig immernoch mir. Muahhahaahahhahahahahaah!

10. Karos Bonus Frage: Wem würdest du gerne mal einen Halloween Streich (Haus in Toilettenpapier wickeln oder gerne auch kreativer) spielen?
Ich persönlich hätte da eine ehemalige Lehrerin im Sinn, die mich mal vor der ganzen Klasse gefragt hat ob ich so doof bin, oder nur so tue. Blöde Kuh.

Ich gebe die Fragen nun weiter an querkeks (weil es auf diesem Blog mehr Artikel geben muss!), erdmannlibob, Mama007, thorgefährlich, Carla und 3vorDrei (wenn die Beantwortung der Fragen thematisch nicht zum Blog passt, könntest du ja vielleicht was halloweeniges häkeln). Und natürlich an alle, die sonst noch mitmachen wollen. Wer keinen Blog hat oder ihn nicht nutzen will, kann auch gerne was in die Kommentare schreiben.

Zum Schluss noch ein paar halloweenige Links damit die Halloween Party an der ich nicht teilnehmen werde ein Erfolg wird:
Wie man man einen köstlichen Brownie Friedhof zur Verköstigung bäckt, lernt man in diesem Video mit den vermutlich schönsten britischen YouTubern.
Was man aus seinem Kürbis so schnitzen kann, lernt man hier und was man besser nicht schnitzen sollte, hier.
Wer noch keine Ideen für Kostüme hat, wird bei 437 Halloween Costume Ideas For Absolutely Everyone bestimmt fündig, oder zumindest richtig weitergeleitet. Oder geht lieber gleich zu 23 Halloween Costume Ideas For The Pun-Lover In You (*kichert unkontrolliert*). Damit sieht man beim Sich-vor-Angst-fast-ins-Hemd-machen auf jeden Fall gut aus.
In diesem Sinne: Happy Halloween. Und bitte seid lieb zu Geistern, die haben es echt nicht leicht.
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Hirnis Gutenachtgeschichten

Wusstet ihr eigentlich, dass Delfine die Fähigkeit haben jeweils nur mit einer Hälfte Ihres Gehirns zu schlafen, während die andere Hälfte ganz normal weiterarbeitet? Dadurch können sie gleichzeitig wach sein und schlafen. Wenn das mal kein evolutionärer Vorteil ist weiß ich auch nicht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Delfine diesen Planeten beherrschen werden, das sag ich euch jetzt mal.
Aus diesem und anderen Gründen, wäre gern ein Delfin. Bin ich aber nicht. Ich muss ganz regulär schlafen, wie alle anderen auch. Das Problem ist, ich bin ein Nachtmensch und als solcher erreicht mein Hirn so zwischen 23 und 2Uhr seine Höchstleistung. Das ist aus vielerlei Hinsicht ungünstig aber insbesondere weil man ungefähr zu dieser Zeit schlafen sollte, wenn man am nächsten Tag nicht permament den Wunsch verspühren möchte, den Kopf mal kurz auf der Tischplatte auszuruhen.
In der letzten Woche hatte ich Urlaub. Urlaub haben fetzt, insbesondere weil ich um 4 Uhr schlafen gehen und um 14 Uhr aufstehen konnte. Der Tag nach dem Urlaub ist aber immer schrecklich und lässt alle, im Urlaub errungene, Entspannung wieder schwinden. Der Tag der Müdigkeit. Der Tag nachdem man nicht einschlafen konnte.
Dabei bin ich extra 8 Kilometer gelaufen um abends schön müde zu sein und ich lag um 23 Uhr artig im Bett, fest entschlossen zu schlafen. Nichts würde mich von meiner wohlverdienten Erholung abhalten. Aber dann kam er und piesakte mich mit einem Stock. Puff, puff, puff. Der Teil meines Gehirns, der mich unter allen Umständen vom Schlafen abhalten will. Ich vermute es ist der gleiche der auch für Ablenkungen a la “Oh guck mal, ein Schmetterling” und “Ich sollte unbedingt alle 10 Minuten meine Mails checken” verantwortlich ist.
Nachdem ich gestern nun circa eine Stunde im Dunkeln gelegen hatte, sickerte ich langsam in ein wohliges Stadium der Müdigkeit, denn ich wusste genau, wenn ich nicht schlafe, wird morgen alles in einem dunklen Nebelschleier aus Müdigkeit liegen. Das war aber egal denn der ADHS Teil meines Hirn war nun wach. So wie er immer kurz vor dem Schlafen erwacht und ließ mich über willkürlichen Scheiß nachdenken. Hier ein kurzer Ausschnitt:
“Hey. Hey. Hey! Karo? Bist du wach?”
“Hmmm.”
“Lass uns einen Kuchen backen.”
“Nein”
“Warum nicht?”
“Es ist 0 Uhr. Ich muss morgen wieder arbeiten und will nicht wie ein Zombie aussehen.”
“Karottenmuffins….Spekulatius-Cupcakes…Brownies…Schokotorte”
“Alter, nein.”
“Wie wärs dann mit einer Sherlock Holmes Geschichte? Lass uns was lesen. Nur 10 Seiten. Komm schon. UNTERHALTE MICH!”
“Nein.”
“Dann vielleicht eine Folge Doctor Who? Staffel 8 ist großartig, was? Willst du nicht mal eine Hitliste der Doktoren erstellen?”
“Nein.”
“Du weißt, du willst es”
“4. Matt Smith, 3. Christopher Eccleston, 2. Peter Capaldi, 1. David Tennant?”
“David Tennant hat ja auch mal bei Harry Potter mitgespielt”
“Und?”
“Nichts, wollt ich nur mal gesagt haben. Harry Potter ist cool. Wie geht eigentlich der Erlkönig?”
“Wer reitet so spät durch Nacht und Wind, es ist der Vater mit seinem Kind. Er hat den Knaben wohl in dem Arm, er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.”
“Und weiter?
“Irgendwas mit Erlkönigs Töchtern am düsteren Ort und ‘Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif'”
“Aber genau weißt du es nicht, was?
“Nein.”
“Du solltest mal googlen. JETZT”
*Googelt* “Zufrieden?”
“Wenn du schon dabei bist, könntest du mal rausfinden wie alt Haie werden können. Und gucken ob einer was auf lustiges auf Facebook gepostet hat”
“Nein. Ich schlafe jetzt”
“Twitter?”
“Nope”
“Tumblr?”
“Maul halten.”
“Es ist ganz schön still draußen. Ungewöhnlich still. Vermutlich sind alle tot.”
“Du machst mir keine Angst”
“Ach nein? Frank, der Hase aus Donnie Darko.”
“Was ist mit dem?”
“Er ist in deinem Schrank”
“Fick dich…”
“Du musst übrigens dringend pinkeln. Auf dem Weg zum Klo könntest du darüber nachdenken ob  hier in der Wohnung schon mal einer gestorben ist.”
“Vermutlich”
“Ganz schön gruselig.”
“Hmmm.”
“Und erinnerst du dich an die Szene aus Fargo in der Martin Freeman seine Frau mit dem Hammer erschlägt?”
“Hatte ich bis eben verdrängt. Aber jetzt wo du es sagst. Danke”.
“Ebola!”
“Ziemlich unwahrscheinlich sich hier anzustecken. Quasi gleich null.”
“Aber der eine Typ vorhin im Park hatte ne Atemmaske auf”
“Wird wohl seine Gründe gehabt haben.”
“Laufen auch ganz schön viele Verrückte hier rum. Hast du eigentlich abgeschlossen?”
“Ja.”
“Ich an deiner Stelle würde ja lieber noch mal nachgucken.”
“DIE TÜR WAR ABGESCHLOSSEN”
“Ja okay, dann kannste jetzt ja schlafen.”
“Danke”
“SEX. Hihihihihi.”
“Idiot.”
“Ich an deiner Stelle würde übrigens lieber jetzt noch ein zweites Mal pinkeln gehen. Sonst pullerst du dir nachts ein. Wie damals als….”

Mit Verlaub gesagt, Sie, Sir, sind ein Arschloch.
Ganz ehrlich, was soll das? Wieso macht das Gehirn das? Und vor allem, wieso macht es das genau dann wenn man schlafen will? Das ist doch kontraproduktiv. Oder hat das irgendeine evolutions- oder neurobiologischen Grund? Da weiß ich ja schon, was ich heute Nacht googeln werde.
In diesem Sinne: Gute Nacht.
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Neuer Blogbeitrag :(

Wromoticophobie (Zusammensetzung aus engl. wrong = falsch, emoticon (auch: Smiley) und altgriechisch Phobie = Angst) bezeichnet die Angst bei der virtuellen Kommunikation ein unangebrachtes Emoticon einzusetzen.
Wie, dieses Wort ist euch nicht geläufig? Das könnte eventuell daran liegen, dass ich mir das grad ausgedacht habe. Wortneuschöpfungsbullshit quasi. Wird sich aber bestimmt trotzdem durchsetzen. Denn mit dem Vormarsch und Etablierung der Emoticons in den virtuellen Sprachgebrauch sieht sich die Sprachgemeinschaft neuen Problemen gegenüber, die, auch wenn man sie nicht lösen kann, zumindest korrekt benannt werden müssen.
Ich will kurz illustrieren wie ich mir des ungewöhnlichen Phänomens bewusst wurde:
Damals bei StudiVZ (für die jüngeren Leser: das ist ein mittlerweile obsoletes soziales Netzwerk, das wir in grauer Vorzeit hier in Deutschland nutzten weil uns noch niemand was von Facebook erzählt hatte) erreichte mich eine äußerst verstörende Nachricht: Wir hatten gerade einen Autounfall :)
Ein Autounfall allein ist natürlich schon schockierend genug. Aber der Smiley dahinter ließ mich beim Lesen dann doch irgendwie an der mentalen Zurechnungskraft meiner Gesprächspartnerin zweifeln. War M. vielleicht verrückt geworden und rammte zum Spaß andere Autos? Ich meine, klar, jeder amüsiert sich auf seine Weise, aber das geht ja dann doch irgendwie ein bisschen zu weit.
In meinem Kopf überschlugen sich die Theorien, wieso man sich wohl über dieses Unglück freuen könnte, eine haarsträubender als die andere. Und was sollte ich jetzt darauf antworten? Sollte ich überhaupt etwas antworten oder vielleicht lieber die Polizei rufen? Sicherheitshalber fragte ich nach: “Und da freuste dich?”
Was war also wirklich geschehen? Nein, man hatte keine Freude daran Leute zu überfahren, man hatte sich auch keine schlimme Kopfverletzung zugezogen, die die Verwirrung erklären würde (überhaupt niemand wurde bei diesem Unfall verletzt) und man freute sich auch nicht auf die Versicherungssumme. Nein, man hatte einfach die verkehrte Klammer gesetzt, damit den falschen Smiley erzeugt und so der Nachricht einen äußerst bizarren Charakter verliehen.
Diese Erinnerung schlummerte nun mehrere Jahre in meinem Unterbewusstsein nur um heute wie aus dem Nichts aufzuploppen. Nachdem ich mich dann 10 Minuten lachend auf dem Boden gekugelt und meine Nachbarn vermutlich verstört habe, habe ich mich nun wieder einigermaßen beruhigt und möchte diese unerwartete Erinnerung als Anlass nehmen, eine Warnung auszusprechen: Obacht bei der virtuellen Kommunikation!  :) statt :( –  Shift+9 statt Shift+8 – und schon halten einen die Mitmenschen für durchgeknallt. Wurde heute gekündigt :) Tante Erna ist gestorben :) Der Gerichtsvollzieher war da und hat alles mitgenommen :) – ganz schnell bekommt man da statt des erwarteten Mitgefühls eine freundliche Empfehlung sich mal von einem Psychologen durchchecken zu lassen.
Mit den Smartphones wurde die Gefahr nur noch größer: einmal nicht aufgepasst oder zu fette Finger gehabt und schon hat man als Antwort auf die romantische Aussage “Ich freu mich auf dich” anstelle des Smileys mit Herzchen in den Augen den kleinen Scheißehaufen verschickt. Wromoticophobie ist in vielen Fällen berechtigt.
Deshalb: Immer wachsam, Kinder, immer wachsam!

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Das verschollene Schwein

Es gibt Dinge im Leben, die vergisst man nicht. Bestimmte Erinnerungen attackieren einen von Zeit zu Zeit wie aus dem Nichts. Küsse, Liebeserklärungen, Herzensbrüche, Enttäuschungen, Lachanfälle – in diesem Rahmen bewegt sich das normalerweise bei mir. Und dann ist da noch die Geschichte vom Katzenschwein. Es ist eine Geschichte von Stolz, Verrat, Enttäuschung und Verlust. Und doch entbehrt sie einer gewissen Komik nicht.
Es ist schon lange her, ich war damals noch in der Grundschule – wir befinden und also irgendwo zwischen 1994 und 2000. Vermutlich eher zwischen 96 und 99, denn ich hatte bereits den überwiegenden Teil meiner Milchzähne gegen richtige getauscht, aber war noch nicht auf dem Sprung ins Gymnasium. Es war an irgendeinem Projekttag, der vermutlich sogar unter irgendeinem Motto stand, daran vermag ich mich nicht mehr zu erinnern. Was ich aber weiß ist, dass ich an diesem Tag ein Kunstwerk geschaffen habe. Bei irgendeiner Tante am Bastelstand zwischen Musikraum und dem Zimmer wo man immer die Frühstücksmilch abholen konnte. Vollmilch, Erdbeer oder Schoko – ich hatte immer Schoko und war mindestens der Zweitbeste im Milchwetttrinken. Besser war nur Martin P., der ebenfalls Schokomilch trank. Aber ich schweife ab.
Das Bild jedenfalls war kein ordinäres Gekrakel – nein, ich hatte hier nicht nur mit Stiften oder Pinseln sondern auch mit zerschnittenen Stofffetzen gearbeitet. In meiner beinahe beispiellosen Kreativität hatte ich etwas auf’s Papier gebracht, was alle Kinder produzieren weil der Verstand gar nichts anderes kennt: Ein Haus und ein Tier – in diesem Fall eine Katze. Es war eindeutig eine Katze – ich betone das jetzt, denn es wird noch von Bedeutung sein.
Und auch wenn die Tante mich zunächst fragte, ob das wirklich eine Katze wäre, was ich bejahte, stieß das Kunstwerk auf große Zustimmung. So große Zustimmung sogar, dass es zusammen mit anderen Bildern in einem Krankenhaus ausgestellt werden sollte. Dies war zweifellos der Beginn meiner künstlerischen Laufbahn, dessen war ich mir sicher. Ja, okay, das ist gelogen. Aber ich war schon irgendwie stolz auf mich. Meine Mutter war ebenfalls stolz und der mütterliche Stolz ist zweifellos der Ansporn und das Ziel für jegliches Tun in jungen Jahren. In diesem Punkt war die Aktion also schon mal ein voller Erfolg.
Wir fuhren dann natürlich zu der Eröffnung dieser Ausstellung nach Potsdam. Für mich als Dorfkind war das eine große Sache. Potsdam kam damals in meiner Vorstellung einer Metropole gleich – Potsdam, New York, da gab es eigentlich keinen Unterschied. Beides Weltstädte und beide weiter als eine 20minütige Autofahrt entfernt. Die Aufregung war dementsprechend groß. Auch meine Mutter war gespannt, denn sie hatte das Bild noch nicht gesehen. Ich hatte ihr aber detailreich erzählt was darauf zu sehen war: Eine Katze und ein Haus.
Als wir nun beinahe ehrfurchtvoll in dem neu eröffneten Flügel des Krankenhauses (ich meine, das sei der Anlass gewesen) vor meinem Bild standen, kam ich nicht umhin zu bemerken, dass man sogar meinen Namen vermerkt hatte.

Karolin Hagendorf
Willibald-Alexis-Grundschule
“Schwein vorm Haus”

hieß es da auf einem kleinen Schild. Moment mal! Schwein? Schwein vorm Haus? Man hatte das Bild nicht nur ohne mein Einverständnis betitelt, nein, man hatte es falsch betitelt. Was sollte das? Wir waren nach Potsdam gefahren um eine Katze zu sehen. Und was bot man uns? EIN SCHWEIN! Ein Schwein und Lügen vor einem Haus. Und dann dieser unkreative Titel, der nun wirklich in krassem Gegensatz zu meinem künstlerischen Katzen-Haus-Ensemble stand. Höchstens als Untertitel wäre das passend, wenn der Titel des Bildes La trahison des images geheißen hätte. “Ceci, n’est pas une chat” hätte ich dann noch unter das Bild schreiben können.

Aber sei es drum. Meine Mutter fand die ganze Situation jedenfalls lustig – sie lachte. Ich ebenfalls, als ich den Schock erstmal überwunden hatte. Manchmal lachen wir noch heute, denn “Schwein vorm Haus” ist so eine Story, die man sich in der Familie immer mal wieder erzählt. Und es geht doch nichts über eine gute Geschichte. Thanks for the memories.

Ich würde euch das besagte Werk ja gerne zeigen, aber leider ist das Bild verschollen. (Ein herber Verlust für die Menschheit!) Vermutlich zerstört wie die meisten Kinderzeichnungen. Oder in einem staubigen Keller gelagert. Vor ein paar Monaten, als mich die Erinnerung an meine erste und einzige große Stunde und gleichzeitigen Niedergang als Künstler mal wieder fesselte, habe ich das Krankenhaus (Klinikum Ernst von Bergmann) angeschrieben und meine Geschichte erläutert, und erklärt, dass ich mein Bild, “Schwein vorm Haus” auf dem eigentlich eine Katze zu sehen ist, sofern es noch existierte, gerne zurückbekäme. Ich nehme an, die zuständigen Mitarbeiter haben dies als geisteskranken Schwachsinn abgetan. Dementsprechend erhielt ich keine Antwort. Schade – aber ich hatte eigentlich auch nichts anderes erwartet.
Sollte euch aber irgendwann zufällig mal ein Bild mit dem Titel “Schwein vorm Haus” unter die Nase kommen, vielleicht auf einer Kunstauktion oder in einem Museum oder auf einer Müllkippe –  bitte gebt mir Bescheid, denn ich hätte meine Katze gerne zurück.
Hier eine (sehr!) grobe Skizze aus der Erinnerung gezeichnet. Das Original war natürlich in Farbe und bestand, wie gesagt, größtenteils aus aufgeklebten und künstlerisch arrangierten Stofffetzen:

Eindeutig eine Katze!

Eindeutig eine Katze!

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Intros und Extros

Ganz allgemein gesehen kann man Menschen in zwei Gruppen einteilen: Extrovertierte und Introvertierte. Der größte Unterschied dabei ist, dass extrovertierte Menschen ihre Energie aus der Interaktion mit anderen beziehen während der introvertierte Charakter den Fokus stärker auf das eigene Innenleben legt und Zeit alleine verbringen muss um aufzutanken.
Ich bin nun einer der letztgenannten. Genauergesagt bin ich  der introvertierteste Mensch den ich kenne. Das Problem dabei ist, dass die meisten Menschen das nicht wissen weil ich mit der Zeit gelernt habe mich zu tarnen, weil, und das ist nun mal leider die Wahrheit – die Gesellschaft Extroversion bevorzugt. Fälschlicherweise schätzen mich die meisten Menschen deshalb als extrovertiert ein und deuten mein Verhalten dementsprechend falsch. Klar, man könnte darauf kommen, schon allein weil ich sehr laut lache. Oder weil ich immer einen sarkastischen Kommentar auf den Lippen habe. Oder wild gestikuliere wenn ich das eine oder andere Bier intus habe. In kleinen Gruppen bin ich auch super im Geschichten erzählen.
Aber die Wahrheit ist, alles was sich außerhalb meiner Wohlfühlzone, das heißt meiner Wohnung, befindet, strengt mich irgendwie an. Was nicht bedeutet dass ich nicht gerne rausgehe, oder in Bars Bier trinke oder mit Freunden einen Film gucke.  Aber jegliche Form von Eindrücken – Bild, Ton, oder Wort – sind nichts anderes als Input, den der Extrovertierte beispielsweise durch Interaktion mit  anderen verarbeitet. Mein Gehirn ist zusätzlich auch freundlicherweise nicht in der Lage, die wichtigen von den unwichtigen Eindrücken zu trennen – diverse Persönlichkeitstests haben mir gesagt, das nennt sich Hochsensibilität – was sehr viel schmeichelhafter als “kaputter Filter” klingt. Also wird das erstmal alles aufgenommen und ich habe dann zuhause die Aufgabe alles minutiös zu verarbeiten und auszusortieren. Die Welt fühlt sich mitunter ungefähr so an:
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Dementsprechend verbringe ich viel Zeit allein. Ungewöhnlich viel Zeit für einen Menschen in meinem Alter.
Viele denken deshalb ich würde Menschen hassen – das denken übrigens viele Extrovertierte von vielen Introvertierten. Ich meine mich sogar zu erinnern, dass mich irgendwer sogar mal so vorgestellt hat: “Das ist Karo. Karo hasst Menschen”. Das ist natürlich Quatsch. Ich hasse überhaupt niemanden und wenn dann nur aus gutem Grund. Menschen strengen mich nur manchmal irgendwie an.
Ich habe ja von Leuten schon oft den Satz gehört: “Mir fällt die Decke auf den Kopf”. Sowas passiert mir nicht. Nie, wirklich nie. Tatsächlich bin ich mittlerweile so gerne allein, dass ich mich Frage ob ich überhaupt irgendwann mal wieder in der Lage sein werde soetwas wie eine Beziehung zu führen. Denn allein der Gedanke an eine Person, die ständig in meiner Nähe ist, ruft in mir den Wunsch hervor mir eine Festung aus Decken und Kissen zu bauen und mich darin zu verstecken. Ich werde also vermutlich allein sterben. Naja…macht ja nix.
Aber das ist nicht das einzige Problem, mit dem sich Introvertierte wie ich herumschlagen. Der Horror fing ja schon in der Schule an. In meinem Französischkurs gab es ein Mädchen, das bei Vorträgen so aufgeregt war, dass sie irgendwann mal als sie da vorne stand, anfing zu heulen. Das fanden natürlich alle lächerlich. Ich fand das tatsächlich irgendwie nachvollziehbar. Zwar heule ich nicht bei Vorträgen, aber die Hände die den Stichwortzettel halten, zittern gewaltig während der Mund sich mit Gestammel zur Wehr zu setzen weiß. Man lernt natürlich mit der Zeit irgendwie sich daran zu gewöhnen, aber meine Hände zitterten noch in der Uni. Das schlimmste an der akademischen Laufbahn waren allerdings die Gruppenarbeiten. Es gibt eigentlich nichts Schlimmeres. Ach nein, stimmt nicht, noch schlimmer sind Gruppenarbeiten bei denen man 10 Minuten später die Ergebnisse präsentieren muss. Das ist der Moment in dem man sich wünscht sich spontan den Arm zu brechen und leider ins Krankenhaus abtransportiert werden muss.
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Vor Leuten zu sprechen ist eigentlich in jeglicher Form ein Problem. Deshalb ziehe ich das Schreiben einer Nachricht immer dem Anruf vor. Egal wie viel Zeit ich dadurch sparen könnte. Spontane Redebeiträge, womöglich noch vor Fremden, sind nichts anderes als die Hölle auf Erden. Vorstellungsrunden beispielsweise. So und jetzt erzählt jeder mal kurz was von sich. Was soll man denn da sagen? Und vor allem so auf die Schnelle? “Ich bin Karo und ich…ehm…mag Toastbrot?” Woraufhin die anderen vermutlich denken: Ich glaub diese Karo…die ist irgendwie nicht ganz richtig im Kopf.
Wenn sie längere Zeit mit mir verbringen, würden sie das aber sowieso denken. Da ich, wie für Introvertierte üblich, eine recht blühende Fantasie habe, die mich jederzeit attakieren kann, wird es vorkommen, dass ich einfach anfange zu lachen obwohl niemand etwas gesagt hat, angewidert gucke, obwohl nichts passiert ist oder leise ein Lied vor mich hinsumme. Neudeutsch bezeichnet man sowas ja als Kopfkino. Blöd nur, dass andere Menschen den Film nicht sehen können, der da bei mir läuft.
Eindrücke von außen empfinde ich hingegen oft als störend. Insbesondere wenn jemand viel und laut redet. Gibt ja so Menschen. Blablablablabla und wusstest du schon und Blablabla hast du schon gehört. Bla bla bla guck mal, da ist grad ein Auto vorbeigefahren. Blablabla. Während äußerlich vielleicht allerhöchstens mein Auge zuckt, sehe ich mich mental in einen Frack gekleidet von meinem Platz aufstehen und wie ein Opernsänger singen: Schnaaahauze haltennnn. Oder im Flugzeug eine Durchsage machen: Achtung, Achtung: Hier spricht ihr Kapitän. Wir setzen jetzt zur Landung an. Bitte stellen Sie umgehend das Gelaber ein.
Allerdings toppt nichts das Stresslevel eines Clubs oder einer Tanzbar. Es ist mir unbegreiflich wie man das da mögen kann. Natürlich kommt man aber, weil man ja nicht immer der Partypuper sein will, nicht drumherum. Ich war in jüngster Zeit in zwei, sagen wir mal, Tanzlokalen. Das waren nichtmal richtige Clubs. Aber sie waren voll und laut und in einem von den beiden, tropfte sogar der kondensierte Schweiß von der Decke. Und bei beiden war ich durch die Hitze, die Musik die so gar nicht meinem Geschmack entsprach, den bunten Lichtern und vor allem durch die schwitzigen Körper die den meinigen berührten, so gestresst und überreizt, dass ich beim Verlassen des Lokals Pipi in den Augen hatte. Leider kein Scherz.
Das Geheimmittel um Überreizung vorzubeugen ist natürlich sich nicht zu vielen Reizen auszusetzen – da muss jeder sein eigenes Level finden. tumblr_n465fzfauF1snc75ao1_400

Mein dunkelstes Geheimnis ist ja, dass ich manchmal aufs Klo gehe, nicht weil ich pinkeln muss, sondern weil ich kurz allein sein muss. Und dann stehe ich da in der Klokabine der Bar oder im Badezimmer eines Gastgebers und frage mich: Was stimmt eigentlich nicht mit mir?
Aus eigener Erfahrung weiß ich übrigens auch, dass es nur mäßig gut ankommt wenn man die Einladung auf ein Bier ausschlägt weil man sich lieber zu Hause zu einer kompakten Kugel zusammenrollen möchte. Gute Freunde akzeptieren das allerdings.
In Anbetracht des Geschilderten bin ich aber eigentlich gar nicht  sicher, wie ich es geschafft habe Freunde zu finden…
Sowieso denken einige Menschen, wie zum Beispiel meine Mutter, dass ich, oder Introvertierte im Allgemeinen, keine oder kaum Freunde habe. Ich kenne ihn genau, den Blick oder die längere Pause beim Telefonieren nachdem man gesagt hat, dass man entweder das Wochenende allein verbracht hat oder, und das ist noch schlimmer, sich allein am gesellschaftlichen Leben beteiligt hat. Neulich zum Beispiel war ich alleine im Museum, was meine Mutter offenbar irgendwie bedenklich fand. Noch bedenklicher findet sie, dass ich im nächsten Jahr allein eine etwas längere Reise antreten möchte. Ruft die Männer mit den Zwangsjacken, das Kind macht Dinge allein! Was Menschen gern vergessen ist, das allein und einsam zwei unterschiedliche Dinge sind.
Und auch wenn ich mir manchmal wünsche, extrovertiert zu sein und gerne auf Parties zu gehen und neue Leute kennenzulernen, hat es nicht nur Nachteile introvertiert sein. Wenn das so wäre, dann hätte die Evolution introvertierte Menschen schon längst aussterben lassen. Wie viele Introvertierte kann  ich kann zum Beispiel gut zuhören. Und noch viel besser ist, dass ich mir sogar das meiste von dem merke was man mir erzählt. Mal abgesehen von Geburtstagen habe ich sowieso auch ein ziemlich gutes und detailliertes Gedächtnis. Und mir fallen Dinge auf. Ich habe eine blühende Fantasie. Und das ist schön. Der Schlüssel ist sowieso sich zu akzeptieren wie man ist. Dann machen das auch die anderen – auch wenn man schweigend neben ihnen sitzt, nicht zum Spielen rauskommt oder sich nicht am Smalltalk beteiligt.

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Happy Blogsday

Wir schreiben den 28.August 2012. In ihrem Zimmer in Berlin Wedding beschließt eine junge Frau einen Blog zu erstellen. Sie nennt ihn Die Freaks und ich. Wird kein Schwein lesen, denkt sie sich.
Zeitsprung. 28.August 2014. Eine zwei Jahre ältere (aber immer noch junge) Frau schreibt einen Blogartikel darüber, was sie vor zwei Jahren gemacht hat. Für jeden unschwer zu erkennen, hat sie ihr schönstes Lächeln aufgelegt.

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Denn eines dürfte auch dem miesesten Mathematiker aufgefallen sein. 28. August und 28.August sind kongruent. 2014 minus 2012 ergibt 2. Ja, es ist tatsächlich wahr: Dieser Blog feiert heute seinen zweiten Geburtstag. Oder vielleicht eher Geblogstag (Hö höhö hö). Zeit, sich mal ganz, ganz hart zu freuen.

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Was, eine Rede? Puuh ja, das überrascht mich jetzt, hab gar nichts vorbereit.  Die schlechte Nachricht vielleicht vorweg:  Ich habe nicht vor das Bloggen einzustellen. Niemals. Ihr werdet mich also noch weiter ertragen müssen. Da einige von euch diesen Blog allerdings nicht nur tolerieren sondern sogar mögen, kommt euch das vielleicht gar nicht mal so ungelegen. Sätze wie „Ich les dich gern“ und „Ich verfolge fleißig deinen Blog“, Kommentare, Likes, aufmunternde Worte in schwierigen Zeiten und Heldentaten, wie den Blog wiederherzustellen nachdem ich ihn Dank mangelnder IT Kenntnisse geschrottet habe, erfüllen mein kleines verschrumpeltes Herz. DANKE DAFÜR!

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Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich eine Dose Hühnersuppe von Erasco in der Mikrowelle erwärmt habe. Moment…Das war tatsächlich gestern. Aber damals, 2012, da war noch alles ganz anders. Anderer Job, andere Wohnverhältnisse, andere Haarfarbe, anderes Lieblingsbier, andere Dosensuppe. Freaks gab es allerdings damals schon. Die Zeit vergeht – doch die Freaks währen ewig. Und wenn ich eines gelernt habe in den letzten beiden Jahren, dann dass in jedem einzelnen von uns ein kleiner (oder großer) Freak steckt. In diesem Sinne: Auf uns, Freaks!

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Aber nun, meine Damen und Herren, werte Leser und Leserinnen, Freaks und Geeks, widmen wir uns doch besser ohne weitere Umschweife den Ausschweifungen. Let’s party! Eine gute Gelegenheit mich meinem neuen Lieblingssport zu widmen: Dance like no one’s watching.

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Also Freunde, wir sehen uns dann spätestens im nächsten Jahr. *Schmeißt Konfetti in die Luft und verschwindet*

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Aus dem Interweb (3): Ice, ice, baby – Pornöse Kettenbriefe

Das Internet. Einst Ort der vielgestaltigen Unterhaltung und des unendlichen Amüsements. Dieser Tage allerdings gefühlt zu 90% bestehend aus A-F Promis die sich mit angeblich eiskaltem, aber in Wirklichkeit vermutlich lauwarmem, Wasser übergießen. Bei der sogenannten ALS Ice Bucket Challenge kippt man sich kaltes Wasser über den Kopf oder spendet stattdessen Geld an die ALS Stiftung. Oder, wie allgemeinhin präferiert, beides. Dann nominiert man weitere Menschen, die genau das selbe tun sollen. Wie ein Kettenbrief, oder auch wie die gehirnverbrannte Bierchallenge, nur eben für einen guten Zweck. Und alle haben Sie mitgemacht: Zuckerberg, Gates, Lady Gaga, Kermit der Frosch. Die spannende Frage: Wird auch Angela Merkel die Challenge annehmen? Und wen wird sie nominieren? Regierungsprecher Steffen Seibert lässt diesbezüglich über Twitter verlauten, dass es niemanden etwas angeht, wem die Kanzlerin Geld spendet oder ob sie sich von ihrem Taschengeld lieber eine Naschtüte, eine Micky Maus und zwei Packungen Hubba Bubba am Kiosk kaufen geht. Ja schon okay, Herr Seibert,  wir haben verstanden. Ist jetzt auch eigentlich nebensächlich. Denn der Marco Reus hat soeben die Helene Fischer nominiert, die jetzt in ihrer Challenge nur einen weißen BH trägt. Seht alle her, ich habe Brüste, zwei Stück sogar! Nach Atemlos durch die Nacht heißt es nun Blutlos im Gehirn für einige Herren der Schöpfung…
Auch andere Fangemeinden weltweit – ich zeige da jetzt mal ganz direkt mit dem nackten Finger in Richtung tumblr – hängt derweil der Geifer in den Mundwinkeln. Kann man die Astralkörper der/des Angebeteten nun auch noch nass bewundern und für die Ewigkeit in GIF-Dateien konservieren. Benedict Cumberbatchs (aka Sherlock Holmes) Fans, die sogenannten Cumberbitches (den Namen haben sie sich selbst ausgesucht),  waren bis gestern allerdings noch zu Tode betrübt, denn Benny hatte sich bis dato noch nicht nass gemacht. tumblr_naq1e5a0BC1tberpco4_250
Lautstark, soll heißen: in Großbuchstaben, rief man nach Wasser und Eis für Lord Cumberbatch. Aber dann, heute, war es endlich so weit. Benedict, weil nicht nur einmal nominiert, bekippt sich gleich mehrmals. Lässig im Schneidersitz, nackig in der Dusche, im Anzug, auf einem Motorrad und, ja, in einem weißen Shirt. Ich wiederhole: Cumberbatch. Weißes Shirt. Nass. BUMM, BUMM, BUMM hört man die Eierstöcke explodieren. Wie schon tags zuvor, als man Tom Hiddleston in selbiger Pose sah.  Reblog, reblog, reblog, reblog, REBLOOOOOOG. Tumblr im Ausnahmezustand.

Man darf das nicht falsch verstehen, ich habe definitiv nichts dageben einzuwenden mir Bilder von Herrn Cumberbatch anzusehen. Wirklich nicht – ich bin sogar ein großer Fan. Tatsächlich habe ich überall in meiner Wohnung kleine Cumberbatches versteckt.
Ich habe das nur mal als Beispiel gewählt um zu zeigen, dass im Internet immer alles sehr schnell sehr pornös wird – was ich in diesem Fall irgendwie nicht wirklich gutheißen kann. Denn der ursprüngliche Zweck der Aktion, nämlich Geld für eine gute Sache zu sammeln und gleichzeitig auf eine schreckliche Krankheit aufmerksam zu machen, gerät durch das ganze Angeschmachte und Brustgezeige irgendwie in den Hintergrund.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich langsam echt keine nassen Menschen in meiner Facebooktimeline, auf meinem tumblr-Dashboard, auf der Buzzfeed Startseite oder Sonstwo mehr sehen will…
Lichtblick am Horizont dagegen die Challenge von SIR Patrick Stewart, vielen vielleicht bekannt als Captain Jean-Luc Picard. Das Ganze könnte nur noch britischer sein, wenn darin noch eine Tasse “Tee, Earl Grey, heiß” vorkommen würde. Der Typ hat einfach Style.

P.S Wer sich über ALS informieren möchte, kann das hier tun: http://alsa.org/ und wer ohne Eis spenden möchte, klicke bitte hier.

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This sucks

Manchmal bin ich doch ganz froh, dass ich nach meinem Studium daran gescheitert bin, einen Job zu ergattern, bei dem man mit dem Schreiben sein Geld verdient. Meistens macht mich das natürlich zu einem gewissen Grad traurig, wie das halt so ist, wenn man auf unerfüllte Träume zurückblickt. Aber momentan wäre ein derartiger Job eher ungünstig. Ich habe nämlich so eine Art Schreibblockade, was heißt so eine Art… ich habe eine Schreibblockade. Muss man sich ungefähr so vorstellen:
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Sie war einfach da, diese Unfähigkeit, meine Gedanken in veröffentlichbare Worte zu fassen. Wie ein Scheißehaufen nachts auf dem Bürgersteig.
Ich hatte das zunächst auf Stress geschoben. Kein jobbedingter Stress, sondern die Art von Stress, die auftritt wenn ich mich einige Zeit nicht wie ein Igel in meiner Wohnung zusammenrollen kann.
Aber in der letzten Woche hatte ich dann Urlaub – alles würde besser werden, das wusste ich genau. Für die freie Zeit nimmt man sich meistens ja Dinge vor. Ich natürlich auch. Ganz oben auf meiner Liste stand, neben einigeln, schreiben. Schreiben heißt natürlich in meinem Fall vorrangig bloggen aber ich habe auch vor einer Weile begonnen eine etwas längere Geschichte zu schreiben. Manche würden vielleicht sagen, ich schreibe ein Buch. Einfach mal so zum Spaß. Ganz anders als dieser Blog beinhaltet dieses Buch einiges an Fiction und sogar ein bisschen Science. Aber wie ihr seht habe ich nichts gebloggt und wie ich sehe, habe ich auch nur minimal an besagtem Buch weitergeschrieben.
Es ist natürlich nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Ich saß mindestens eine Stunde pro Tag vor meinem aufgeklappten Laptop. Eine Seite fürs Buch ist dabei rausgesprungen und ungefähr 10 gelöschte Worddokumente für den Blog. Dabei ist es keinesfalls so, dass es mir an Ideen mangeln würde. Ich habe ein kleines schwarzes Büchlein, in dem ich meine schriftlich zu verarbeitenden Gedanken notiere. Und ich muss sagen, da steht allerhand drin. Über Musik, die man mal weiter verbreiten könnte, über ein verschollenes Kunstwerk namens “Schwein vorm Haus”, über Sherlock Holmes Geschichten, die ich in der Stadt versteckt habe, über allerhand Absurditäten aus dem Internet, über das Unverständnis, das Leute dir entgegenbringen wenn du sagst dass du Single bist, über Nachtaktivität… Und die Story für das Buch steht auch schon fest. Aber immer wenn ich versuche, irgendwas davon aufzuschreiben, ist es als ob ich einen Knoten in der Zunge hätte. Oder eben im Worddokument. Oder in der Tastatur? Egal.
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Das Wort Schreibblockade klingt natürlich ungemein hochtrabend. Aber die deutsche Sprache hat nunmal leider kein anderes Wort dafür. Ich könnte eines erfinden, das nicht so klingt, als ob ich mich selbst zu wichtig nehmen würde. Ichnixschreibi vielleicht.
Natürlich ist mir vollkommen bewusst, dass die Welt davon nicht untergehen wird. Planeten werden weiter um Sterne kreisen, das Universum wird sich weiter ausdehnen, die Wirtschaft wird nicht kollabieren. Keine Sau interessiert sich dafür, keine außer mir versteht sich. Da ich aber die Sau bin, um die sich mein Leben dreht, ist das natürlich ein gewisses Problem. Klar, ich kann auch ohne diesen Blog leben. Aber man kann auch ohne Schokolade leben, nur ist das halt nicht wirklich schön. Ich bin normalerweise nämlich auch nicht unbedingt gut darin, meine Hobbies zu behalten. Die gebastelten und dann plötzlich ungebastelten Weihnachtssterne in meinem Wohnzimmer könnten euch davon was erzählen. Schreiben scheint resistent gegen meine Launen zu sein. Es ist, und das muss man jetzt einfach mal so sagen, das ultimative Hobby. Weil Bloggen nämlich fetzt. Was also, wenn ich das einfach nicht mehr kann?

Ich habe im allwissenden Interwebs nachgeforscht, wie man derartige Probleme angehen sollte.
Deadlines setzen soll helfen. Ich habe mir Deadlines gesetzt. Das bringt aber leider gar nichts, wenn man keine Konsequenzen befürchten muss. Was soll ich denn machen? Mich selber anschreien? Bullshit also.
Hilfmittel Nummer 2 ist das sogenannte Rausgehen. Hab’ ich gemacht. Ich bin viel gelaufen in meinem Urlaub. Und wenn ich sage laufen, dann meine ich nicht joggen sondern gehen. Ich gehe viel und gerne, am liebsten irgendwohin. So war ich zum Beispiel in der letzten Woche auf dem alten Flakturm im Humboldthain. Sehr schön da, kann ich nur empfehlen. Vielleicht irgendwann, werd ich auch mal was darüber schreiben.
Auch Unsinn oder Gibberisch zu schreiben soll bekanntlich helfen. Ihr wisst schon, wie in dem Jabberwocky Gedicht aus Alice im Wunderland:

Twas brillig, and the slithy toves
Did gyre and gimble in the wabe
All mimsy were the borogoves
And the mome raths outgrabe.

(Ich hatte mal ein Seminar über Alice im Wunderland, eindeutig das beste Semester meines Lebens. Deshalb sag ich das Gedicht auch heute noch ganz gerne auf. Sorry.)
Aber zurück zum Thema: Unsinn schreiben hilft mir sonst auch immer ganz gut, das ist wie das Aufwärmen vor dem Sportunterricht. Man schreibt dabei einfach auf, was einem grad in den Sinn kommt, um die Kreativzentren des Gehirns ein bisschen anzukurbeln. Leider war der Unterricht nach dem Aufwärmen direkt vorbei. Aber hier trotzdem mal zwei Beispiele:
1. “Oh ja, eine Tasse Tee vielleicht.”
“Wir haben heute leider nur Mortadella da.”
“Na dann nehm ich drei Kilo und einen braunen Raumanzug bitte dazu.”
“Größe 5000?”
“Wie bitte, bei Ihnen stimmt wohl etwas nicht. Seh ich denn wirklich aus als würde ich eine 5000 tragen, eine Frechheit ist das ja. 4998 wenn ich bitten darf.”
“Bitte entschuldigen Sie, mein Fehler. Darf ich Ihnen als Entschuldigung unser Super-Stadt-Zerstörer-Pack anbieten?”
“Was darf ich darunter verstehen?”
“Dieses exklusive Paket beinhaltet alles, was das Monster von Welt heutzutage braucht. Zum Beispiel einen Magensäureneutralisator gegen Sodbrennen, viele müssen ja von Menschenfleisch sauer aufstoßen”

2. “Die Hochzeit war ausgesprochen schön gewesen, all ihre imaginären Freunde und auch einige echte waren gekommen. Der Kuchen war mindestens so hoch wie drei übereinandergestapelte Billy Regale, oder wenn dann vielleicht nur minimal kleiner.”
(Willkommen in meinem Kopf!)
Im letzten Schritt kann man natürlich – weil man das ja sonst auch macht – versuchen über das Problem zu schreiben. Ungeachtet dessen, dass der Text der dabei rauskommt von einem selbst in etwa so beurteilt wird:
you-suck
Ja, ich glaube, das könnte tatsächlich helfen. Vielleicht. Wohlmöglich. Eventuell. Ich weiß es nicht.
Wenn nicht, an dieser Stelle: Tschüssi für immer. Und wenn ja, dann: Bis zum nächsten Mal, Kinder.

 

P.S Einen schönen Kurzfilm zum Thema gibt’s vom wunderbaren britischen Youtube-Geschichten-Erzähler kickthepj, von dessen Hochzeit ich heute Nacht merkwürdigerweise geträumt habe.

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Junkie ohne Stoff – Wenn Watchever Doktoren und Detektive klaut

Ich habe miese Laune. Denn ich habe unlängst eine E-Mail von Watchever mit dem Betreff: “Sherlock wird ab dem 30.07.2014 eine Pause einlegen” bekommen.

Versteh ich nicht, dachte ich da zuerst. Sherlock geht schließlich nach jeder Staffel 2 Jahre in die Pause. Ein Kreuz das man eben zu tragen hat, wenn man diese Serie liebt. Das scheinen da ja ziemliche Blitzmerker zu sein. Aber weil es eben um Sherlock ging, öffnete ich die Mail sicherheitshalber und musste mit Schrecken feststellen, dass Watchever die Staffeln 1 und 2 vorerst aus dem Programm nimmt (Staffel 3 gab es dort sowieso nicht), angeblich wegen zu hoher Lizenzkosten.
Ich muss sagen, damit hatte Watchever schon mal recht arg bei mir verschissen. Man kann mir nicht meinen Detektiv wegnehmen. Nein, nein, nein. Diese Leute scheinen offenbar nicht zu verstehen, dass die meisten Sherlock Fans die Pause nur dadurch überbrücken, dass sie sich die alten Folgen wieder und wieder anschauen. Watchever, was soll denn der Scheiß?

Aber damit nicht genug. Ein Freund wies mich darauf hin, dass Sherlock nicht die einzige Serie ist, die aus dem Programm genommen wird (was die E-Mail übrigens verschwiegen hatte). Das betrifft unter anderem Serien wie Little Britain, Criminal Minds und am allerwichtigsten die Staffeln 1 bis 6 von Doctor Who. Diese kleine Information reichte aus um mir komplett die Laune zu verderben. Denn in diesem Fall ist es noch schlimmer als bei Sherlock: Ich habe nämlich noch nicht alle Folgen von Doctor Who gesehen. Ich bin erst am Ende von Staffel 3, aber leider emotional bereits so weit involviert, dass ich weitergucken MUSS. Und um mir alles auf DVD zu kaufen bin ich momentan leider nicht reich genug. Das heißt, ich habe quasi keine Wahl und muss bis zum 30.07 noch Staffel 4,5 und 6 gucken. Das würde natürlich gehen wenn ich arbeitslos wäre. Aber leider wird meine Freizeit beinahe täglich von 8 Stunden Arbeit und teilweise anschließenden sozialen Kontakten und persönlichen Projekten unterbrochen. Was stellen sich die Leute von Watchever also vor, wie ich das schaffen soll. Hä? Hä? HÄ?????

Tief durchatmen. Beruhigen wir uns doch erstmal. Ich könnte verstehen, dass einigen Menschen dieses Problem und die recht starke emotionale Reaktion befremdlich erscheinen mag. Insbesondere in einer Welt die im Größeren betrachtet momentan viel dringendere Probleme hat. Aber für meine kleine Welt ist das eben von Bedeutung und sie kann durch soetwas erschüttert werden. Weil gute Geschichten – wie sie in den Serien, Filmen und Büchern, die ich liebe erzählt werden – wichtig für mich sind. Sehr sogar. Und ja, diese Geschichten spannen mich emotional ein. Manchmal wenn ich darüber spreche, werde ich so Sachen gefragt wie: “Du weißt schon dass das nicht echt ist, oder?”
Natürlich weiß ich, dass kein Harry Potter mit dem Feuerblitz unbemerkt über unsere Köpfe hinwegsaust, dass Sherlock Holmes nicht wirklich Verbrechen in London löst und dass es keinen Doctor gibt der in einer blauen Polizeibox durch Zeit und Raum fliegt (das wäre allerdings der Knaller). Aber ich habe halt Spaß daran, mich mit der Story und dem Drumherum zu beschäftigen. Jeder hat halt so seine Hobbies und Laster. Manch einer pflanzt Rosen, manch einer kokst und ich lese, schaue und höre halt leidenschaftlich gern gute Geschichten. Jeder amüsiert sich eben auf seine Weise.

Man könnte jetzt natürlich sagen, wenn es mir so wichtig ist, dann könnte ich es ja einfach woanders gucken. Aber das Video On Demand Pack ist überall das gleiche. Maxdome und Amazon Instant Video bieten beispielsweise von Vornherein nicht alle Staffeln Doctor Who an. Und überhaupt, bin ich den Deal mit Watchever nur eingegangen, weil es dort die Serien gab, die ich schauen wollte. Und jetzt nehmen die mir die einfach wieder weg. Ich fühle mich betrogen. Das war nicht der Deal! Da kann ich quasi gleich wieder kündigen.
Ich meine, ich bin ja sogar schon vorbildlich – anstatt das alles illegal irgendwo zu streamen bezahle ich monatlich artig Geld damit ich legal Serien und Filme gucken kann, die ich mir, wenn ich Geld übrig habe dann zusätzlich sogar noch auf DVD kaufe. Ich bin ein quasi ein Bilderbuchkonsument. Aber nein, dann kommt der geschätzte Seriendealer daher und sagt, dass er sich aus dem Geschäft zurückzieht. Wo soll man jetzt den Stoff herbekommen? Da kommt es mir fast so vor, als würde man quasi dazu gezwungen Sachen auf dubiosen Seiten zu streamen. Sieh her Serienindustrie, ich bin doch bereit für deine Unterhaltung zu zahlen – nimm mein Geld, nimm es! Bitte führe mich nicht in Versuchung!
Das ist ein bisschen so, als würde man mir meine Harry Potter Bücher wegnehmen und sagen, dass ich sie zwar lesen darf aber nur nachts am U Bahnhof Osloer Straße (für alle Nicht-Berliner: das ist nicht so die beste Gegend). Gut würd’ ichs nicht finden, aber hinfahren würd’ ich letztendlich doch.
In Deutschland wird man als Serienjunkie sowieso irgendwann in die semiillegalität getrieben, weil man auf deutsche Fassungen von Serien (die dann auch noch schlecht sind) gerne mal über ein halbes Jahr warten muss, während das halbe Internet voller Spoiler ist und alle Welt sich über die neuesten Theorien austauscht wie Soundso wohl dies und jenes überlebt haben könnte. Wer es nicht gesehen hat ist nicht eben nicht dabei, so läuft das im Internet. Aber selbst wenn man fürs reine Streamen von Serien vermutlich nicht verknackt wird, weil sich Rechtsgelehrte nicht darüber einig sind, ob es sich hierbei um ein Verbrechen handelt oder nicht, komme ich mir dabei wie ein kleiner Dieb vor. Insbesondere weil das Drumherum dieser Seiten meist etwas schmutzig ist. Pussies, Pop-Ups, Penisse und Poker – das ist doch kein Umgang für eine Lady. Wenn möglich sollte man dieses Milieu meiden.

Ich muss es deshalb einfach versuchen – es bleiben mir 8 Tage. In dieser kurzen Zeitspanne werde ich in meiner knapp bemessenen Freizeit weniger Freunde treffen und mehr Binge-Watching betreiben um alle verbleibenden alsbald verlorenen Staffeln von Doctor Who zu schauen. Anschließend werde ich mein Watchever Abo kündigen – denn es wird nichts mehr geben, das mich dann noch dort hält. Meine letzten Stunden bei klarem Verstand möchte ich nutzen um euch zu warnen, denn ich werde mich vermutlich in einen emotional instabilen Zombie verwandeln, der selbst gerne mit der TARDIS fliegen würde und den Bildschirm anbrüllt weil er den Doctor heiraten möchte. Aber man muss Opfer bringen wenn man den Beitrag für diesen Monat nicht umsonst gezahlt haben will.
“Hast du eigentlich nichts besseres zu tun?”, werdet ihr fragen und die Antwort lautet: “Offensichtlich nicht.”Allons-y. Ich bin bereit.

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Aus dem Interweb (2) – Kartoffelsalat

Kickstarter-Projekte sprießen heutzutage wie Unkraut aus dem Boden. Das ganze Internet ist voll davon. Mal will ein Musiker dadurch sein Album produzieren, mal ein Start-Up seine neueste Innovation finanzieren. Spende 20 Euro und dein Name erscheint im Booklet der CD – so weit so gut. Aber das Internet wäre nicht das Internet wenn die ganze Sache nicht manchmal ein bisschen aus dem Ruder laufen würde. Denn alles kann zum Kickstarter werden. Alles. Sogar, sagen wir mal, Kartoffelsalat.

Screenshot_2014-07-07-13-27-52Mit den Worten: “Warum machen wir sowas eigentlich nie?”, machte mich ein Freund nämlich auf folgendes Projekt aufmerksam: I’m making Potato Salad. Und der Titel sagt es auch schon. Da ist ein Typ namens Zack Danger Brown  (wenn das mal kein cooler Name ist…), der einen Kartoffelsalat machen will und dafür von diversen Internetusern bereits über 40000 Dollar gespendet bekommen hat. Spendet man 2 Dollar oder mehr erhält man beispielsweise ein Foto von Brown, wie er Kartoffelsalat zubereitet. Bei größeren Spenden bekommt man einen thematisch passenden Hut oder eine Kartoffel in die der eigene Name eingeritzt wird. Sowas hab ich mir ja schon immer gewünscht.
Nach der Motivation befragt sagte Brown übrigens: “I realized that I really liked potato salad, but had never made it. Then I wanted to make potato salad“. Und im Internet, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, kann man diesen Traum leben – vom Kartoffelsalatzubereiter zum Millionär.
Ich möchte am Wochenende übrigens einen Kuchen backen. Wer mehr als 2 Dollar spendet, darf die Schüssel auslecken.

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