2 in 1 Blogstöckchen: Blogger und Bücher

So, es ist wieder soweit: Blogstöckchen! Und diesmal sogar zwei Stück. Eins von Mama007 zum Thema Bloggen und eins von Robin, die gerne wissen möchte, was ich 2015 lesen werde (ja, der Stock liegt schon eine Weile bei mir…) Und weil ich faul bin Platz effizient nutze, werde ich beide in einem Artikel beantworten.
Ich habe ja generell gemischte Gefühle bezüglich dieser Stöckchen, einerseits freue ich mich, wenn jemand an mich denkt (Danke, ihr beiden!) auf der anderen Seite weiß ich nie, an wen ich das jetzt weiterreichen kann. Denn erstens lese ich nicht übermäßig viele Blogs und zweitens gibt es halt einige, die sowas generell nicht machen, und drittens haben manche halt einfach grad keinen Bock und manche haben (viertens) dieses spezielle Stöckchen schon mal beantwortet. Ich beantworte die die Stöckchen jetzt aber trotzdem. Weil beworfen ist beworfen und wer Stöckchen nicht beantwortet, frisst Babykätzchen. So.

Blogstock 1: Bloggen.

Das Stöckchen, das mir die liebe Mama007 zugeworfen hat, beinhaltet ein paar bloggerspeziefische Fragen. Einige von denen, habe ich mir übrigens selbst schon öfter gestellt.

Gibt es jemanden, der dich zum Bloggen inspiriert hat?
Ja, einige. Alle die sowas sagten wie: “Ey schreib dit doch mal uff!” Aber vor allem meine liebe Freundin Carla, die einen eigenen Blog hat, woraufhin ich mir dann dachte: Hey, das will ich auch.

Was sind die Blogs, die du am regelmäßigsten liest, und warum?
Die Blogs aus meiner Blogroll (und manchmal klicke ich mich dann auch durch die Blogrolls der Blogs aus meiner Blogroll). Das Warum kann ich nicht pauschal beantworten, entweder ich kenne die Blogger persönlich, oder ich mag den Content einfach. Allerdings müsste ich auch mal ausmisten, weil einige dieser Blogs nicht mehr aktualisiert werden *schaut tadelnd in die Runde*.

Findest du, dass Bloggen eine heilsame Wirkung hat?
Absolut. Manchmal vielleicht sogar ein bisschen zu sehr, denn es ist ab und zu mal so, dass mich ein Thema, das mich eben noch total aufgeregt hat, nach dem Bloggen eigentlich gar nicht mehr interessiert.

Hast du nur einen, oder noch andere Blogs? Wenn ja, warum?
Ich habe mal versucht einen Harry Potter Blog zu betreiben, das Projekt war aber aus Zeitmangel eigentlich von vornherein zum Scheitern verurteilt. Generell hätte ich aber schon Lust einen nerdigen Blog (nicht nur für Harry Potter Content) zu betreiben. Falls ich irgendwann mal reich und/oder arbeitslos bin, werde ich das auch tun (oder auf diesem Blog einfach mehr in die Richtung posten). Ansonsten habe ich noch einen dieser neumodischen tumblr Blogs, der aber in meinem Fall nur ein Sammelsurium dessen ist, was ich lustig, schön, oder cool finde. (Sagt man heutzutage eigentlich noch cool?)

Würdest du deinen Blog auch löschen? Aus welchem Grund?
Löschen nicht, aber ich werde ihn vermutlich irgendwann offline nehmen. Wenn ich einfach keinen Bock mehr zum Bloggen habe beispielsweise. Es könnte aber auch einfach aus einer Laune heraus geschehen (so wie man plötzlich den Drang verspührt, seine Ex-Freunde aus seiner Facebook Freundesliste zu entfernen). Oder wenn ich mich persönlich nicht mehr mit dem identifizieren kann, was ich hier schreibe. Manchmal entwickelt man sich ja irgendwann in eine andere Richtung.

Wie hälst du es mit der Privatsphäre? Hast du darüber nachgedacht, wieviel du warum preisgibst?
Klar, da denkt jeder drüber nach. Ich stelle mir dazu immer vor, dass der Leser des Blogs jemand ist, den ich gerade auf einer Party kennengelernt habe, und mit dem ich mich so gut verstehe, dass ich jetzt den ganzen Abend mit ihm Bier trinkend auf der Couch sitze und mich unterhalte. Die Frage, die ich mir stelle ist also: Würde ich das dem imaginären Partybesucher erzählen oder nicht? Wenn die Antwort ja ist, kann es veröffentlicht werden.
Genaugenommen würde ich jemandem, den ich auf einer Party kennenlerne vielleicht sogar mehr erzählen, weil ich hier auf dem Blog bestimmte Themen ausschließe, weil bestimmte Personen mitlesen.

Würdest Du einen Kooperationsblog gründen? Mit mehreren Bloggern? Oder schreibst du lieber ausschließlich allein?
Generell mache ich ziemlich viel lieber allein, bloggen inklusive. Obwohl so ein Kooperationsblog natürlich auch eine spannende Sache sein könnte. Gründen würde ich ihn allerdings nicht, ich würde mich höchstens anschließen.

Was sind die schlechtesten Blogs, die du kennst? Warum?
Twilight Gurls. Der Blog wird allerdings (und vermutlich zum Wohle der Menschheit) nicht mehr aktualisiert und ich weiß ich auch nicht genau, ob das ein Troll-Projekt war, oder ob jemand tatsächlich so dämlich sein kann. Meine „liebsten“ Artikel sind Why Harry Potter kinda sucks und Harry Potter is a Facist Dictator!!!
Notiz: Dass ich diesen Blog dämlich finde, heißt nicht, dass ich generell denke, dass alle Twilight Fans blöd sind. Kann ja jeder mögen, was er will. (Obwohl die Filme m.E. schon ziemlich dämlich sind. Die Bücher hab ich allerdings nicht gelesen und kann deshalb keine qualifizierte Meinung abgeben.)

Ich gebe diese Fragen einfach mal ungefiltert an die Robin weiter (Stocktausch). Go, go, go!

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Blogstock 2: Bücher

eben erwähnte Robin hatte mir dieses Stöckchen zugeworfen und zwar nach eigener Aussage, weil sie sich davon Inspriation für ihre eigene to-read Liste erhofft.
Primär möchte ich es in diesem Jahr eigentlich nur schaffen, die Bücher zu Ende zu lesen,  die ich begonnen habe. Denn ich habe die unsägliche Angewohnheit, mehrere Bücher gleichzeitig zu lesen. Was den Nachteil hat, dass man das Erfolgserlebnis, die letzte Seite eines Buches zu lesen, in sehr viel größeren Zeitabständen genießen kann, allerdings den Vorteil hat, dass man den Lesestoff seiner Stimmung anpassen kann. Die Frequenz mit der ich ein bestimmtes Buch dann in diesem Wechselspiel lese, variiert dabei außerdem. Im Moment sind so knapp 10 Bücher in meiner Leserotation, am häufigsten greife ich allerdings zu diesen 5:

E.B. White – Essays of E.B. White
Mr. White ist vielleicht einigen bekannt als der Schöpfer von Stuart Little. Darüber hinaus hat er allerdings auch Essays für den New Yorker geschrieben, die sich dementsprechend an ein erwachsenes Publikum richten. Ich hatte diese Sammlung irgendwann mal auf einer Buzzfeed-Liste gefunden und dann spontan gekauft, weil mir grad nicht nach einem Roman war. Bereut habe ich es nicht. Sie sind witzig und haben Tiefgang, eine Kombination die nicht übermäßig oft anzutreffen ist.
Ich habe normalerweise keine Schwierigkeiten englische Bücher zu verstehen, aber hier musste ich mal das eine oder andere Wort nachschlagen, was ich allerdings als positiv, weil Lernerfolg für mich, verbuche.

Shaun Usher (Herausgeber) – Letters of Note: Correspondence deserving of a wider audience
Wie man aus dem Titel schon ableiten kann, handelt es sich dabei um Briefe von mehr oder minder wichtigen Personen und Persönlichkeiten. Zum Beispiel findet man darin einen Brief mit (Backrezept) den die englische Königin dem amerikanischen Präsidenten geschickt hat. Ich hatte das in der Printversion mal bei Dussmann entdeckt und dann auf meine to-read Liste gesetzt. Gekauft habe ich dann allerdings die Version für den kindle, was ich ein bisschen bereue. Aber nur ein bisschen, denn die Printversion ein bisschen zu groß um sie abends im Bett zu lesen.

Stephen Hawking – Eine kurze (illustrierte) Geschichte der Zeit – Das Buch müsste ja eigentlich jeder kennen und auch wenn man es nicht gelesen hat, weiß man vermutlich worum es geht. Was ich allerdings nicht erwartet hätte ist, dass dieses Buch tatsächlich sehr unterhaltsam ist. Ich bin allerdings erst innerhalb des dritten Kapitels. Wer weiß, ob ich gegen Ende des Buches überhaupt noch was verstehe. Und ja, ja, ich hab die Version mit den bunten Bildchen genommen. Aber die sieht halt auch schöner aus, fast wie ein Physik-Lehrbuch aus der Schule. (Falls ihr euch fragt, wieso ich Schulbücher nicht ätzend finde: Meine Eltern sind Lehrer, das ist also genetisch bedingt).

Lilly Nielitz-Hart, Simon Hart – Kulturschock Großbritannien
Ich werde in diesem Jahr knapp drei Wochen in GB verbringen und dachte mir, da könnte man sich mal ein bisschen belesen. Hintergrundwissen kann schließlich nie schaden.
Obwohl ich dieses Buch im Reiseführer Regal von Dussmann gefunden habe, behandelt es nicht das schnöde „Nehmen Sie die U-Bahnlinie Soundso um zum Big Ben“ sondern ist so angelegt, dass man tatsächlich was über Geschichte, Kultur und Alltag erfährt. Find ich gut!

John and Carole Barrowman – I Am What I Am
Ich nehme an, die meisten von euch wissen nicht wer John Barrowman ist – ist auch nicht schlimm. Ich kenne ihn aus Doctor Who, wo er Captain Jack Harkness spielt, aber ich habe dann schnell festgestellt, dass er außerdem Sänger, Musical-Star, Moderator und Kinderbuchautor ist. Außerdem nebenberuflich ein extrovertierter, hyperaktiver Springball. Barrowman ist der geborene Entertainer, oder wie er es selbst ausdrückt: “Being an entertainer has always been more than a career choice for me: my double helix is a treble clef in a belt with sparkles.
I Am What I Am ist schon das zweite Buch, in dem Barrowman aus seinem Leben erzählt (aufgeschrieben hat es allerdings seine Schwester Carole), das erste (Anything Goes) habe ich aufgrund des hohen Unterhaltungswertes regelrecht verschlungen, vermutlich auch, weil ich insgeheim gerne selbst ein bisschen mehr John Barrowman wäre. Mehr Selbstbewusstsein, mehr Lebensfreude, mehr glitzernde Anzüge!

Wie man sieht, sind in der Top 5 keine Romane zu finden, ab und zu les ich aber mal welche. Aber für diese Leserotation machen sich kürzere Geschichten einfach besser.

Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Jahr dann noch nicht vorbei ist, fange ich eines der Bücher an, die ich gekauft aber noch nicht gelesen habe: Genevieve Cogman – The Invisible Library, Marcus Sakey – Die Abnormen und Andrew Hodges – Alan Turing: The Enigma. Aber ich vermute, die zählen dann eher zu meinen Buchvorsätzen 2016.

Ich hoffe, da war was dabei, Robin ;)

Und jetzt, fliegender Wechsel: Ich reiche das Buch-Blogstöckchen an Mama007 weiter. (Stocktausch!)

Vielleicht hat ja auch einer unter den Herren und Damen Querkeks oder Thorgefährlich Lust, das Blogger- oder das Bücherstöckchen zu fangen? Hmmm?

(Ansonsten freue ich mich auch über jegliche Buchempfehlungen oder Gedanken zum Bloggen in den Kommentaren).

Over and out.

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Aus dem Interweb (4): Blau, ey!

Das Internet ist mal wieder in Aufruhr – sicherlich habt ihr es schon bemerkt. In eurer Facebooktimeline oder eurem Twitterfeed, auf allen größeren News-Seiten, auf eurem Tumblrdashboard, sogar Radio und Fernsehen (vermutlich) wissen Bescheid –  und überall wird heiß diskutiert. Aber nicht Politik, Terror, oder Naturkatastrophen erregen derzeit die Gemüter, sondern ein Kleid.
Begonnen hatte das Ganze auf tumblr, der Quelle aller internetlichen Obskuritäten. Dort hatte User Swiked ein Bild von einem Kleid gepostet, das offenbar magische, realitätsverändernde Fähigkeiten besaß, denn seine Farbe änderte sich, je nach Betrachter. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr es heute noch nicht gesehen habt, hier ist es.

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Es ist eindeutig Blau-Schwarz, nicht wahr? Für mich zumindest. Aber für euch vielleicht nicht. Denn offenbar sieht der eine Teil der Menschheit es Weiß-Gold und die andere Blau-Schwarz. Das konnte ich nicht glauben, denn für mich ist es klar wie Kloßbrühe, dass dies ein blaues Kleid mit schwarzer Spitze ist. Wo zur Hölle soll das Ding weiß sein?
Ganz eindeutig würden alle Menschen, die anderes behaupten lügen, dachte ich heute Morgen noch.
Ich zeigte das Foto meiner Kollegin. “Weiß-Gold”, war ihre Antwort. WHAT? War dies ein riesiger Flashmob, in den ich nicht eingeweiht war? Fragte deshalb nun weitere Kollegen. Drei sagten es ist Blau-Schwarz, einer sagte es ist Rot-Blau, aber der ist farbenblind und hat offenbar nur gemutmaßt. Weitere Befragungen ergaben, dass es sich nun auch weitere Kollegen in die Gruppe Weiß-Gold einordneten. Plötzlich sind die Weiß-Gold-Seher sogar in der Überzahl.
Das Geschlecht ist dabei übrigens vollkommen unerheblich (was meine erste Vermutung gewesen wäre). Postete das Bild nun in den Familien Whatsapp-Chat, denn bestimmt hatte das mit genetischer Veranlagung zu tun. Meine Schwester sieht Blau und Braun (?), was sich zumindest ansatzweise mit meiner These deckt – und ist ebenso verwirrt wie ich (was sich zu 100% mit meiner These deckt). Meine Mutter hingegen sieht Weiß-Gold, und zwar eindeutig. Mein Bruder wiederum meinte, wir sollen aufhören den Chat vollzuspammen. (Wissenschaftliche Neugier mit Banalitäten zu verknüpfen wird also ebenso wie die Farbwahrnehmung vermutlich nicht vererbt.)

Mitlerweile ist übrigens mittels Bildbearbeitungs- und Analysetools klar: Das Kleid ist blau und schwarz. HA!
Das ändert aber nichts am Problem. Denn offenbar gibt es hier irgendeine Art von Wahrnehmungsverschiebung, die sich bisher (Stand, 27.02.2015, Mittagspause) niemand vollständig erklären konnte. Ein, vom Magazin Wired befragter, Wissenschaftler erläutert allerdings, dass unser Gehirn bei Tageslicht Farbkorrekturen vornimmt. Manche filtern Goldtöne heraus (die Blau-Schwarz-Seher) und manche Blautöne. Aber die Frage ist doch: Wieso filtern wir unterschiedlich und was filtern wir noch alles anders?
Dass Farbwahrnehmungen varriieren, wissen wir eigentlich ohnehin. Wir erinnern uns zum Beispiel an den Bio-Unterricht und die Stäbchen und Zapfen. Wer sich schon mal mit Linguistik beschäftigt hat, hat vielleicht auch schon von der nicht unumstrittenen Sapir-Whorf-Hypothese (nein, nicht der von Star Trek) gehört, die besagt, dass Sprache das Denken formt. Heißt also, wenn deine Sprache keinen Begriff für eine Farbnuance hat, kennst du auch die Farbe nicht.  Aber es ist ja auch nicht so, dass wir hier diskutieren würden ob es eher Karmin- oder Magentarot ist. Weiß und Blau und Schwarz und Gold sind ja doch recht unterschiedliche Farben. Vollkommen unterschiedlich sogar. Mich wirft das aus dem Konzept, denn ich war, zapfenanzahl- und sapirwhorfunabhängig davon ausgegangen, dass wir uns in bestimmten Farbansichten einig sein müssen. Aber vielleicht ist Gras ja gar nicht grün, wie ich immer dachte. Und vielleicht war Eddie Redmaynes Anzug bei der Oscarverleihung gar nicht Blau-Schwarz sondern Weiß mit goldenem Kragen.
Meine Realität ist offensichtlich nicht deine Realität. Fortan wird die Menschheit gespalten sein in Team #blackandblue und #whiteandgold. Und ich weiß, man muss tolerant gegenüber allen Farbwahrnehmungen sein, aber: Es ist eindeutig BLAU!

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#weilwirdichlieben

Jung, witzig, am besten viral und mit diesem Rautezeichen, das jetzt immer alle benutzen –  So in etwa hat sich die BVG wohl ihre Social Media Kampagne vorgestellt. Unter #weilwirdichlieben sollen die Berliner ihre schönsten BVG-Erlebnisse teilen, damit die Berliner Verkehrsbetriebe ihr Image mal gehörig aufpolieren können. Soweit zumindest der Plan…

Wer auch immer sich diese Kampagne ausgedacht hat, ist entweder noch nie mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren oder noch nie in Berlin gewesen. Denn wir alle wissen doch: Der Berliner und die BVG haben doch eher ein, sagen wir mal, angespanntes Verhältnis. So wie eigentlich jede Großstadt ein angespanntes Verhältnis zu ihrem Nahverkehr hat. Aber nicht nur das. Erst zu Jahresbeginn hatte die BVG die Ticketpreise angehoben, wie immer ohne den Service zu verbessern. Und nun bittet man tatsächlich um Lobeshymnen. Ernsthaft?

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Es ist jedoch keineswegs so, dass der Hashtag ungenutzt bleibt. Man tweetet in der Tat sogar recht fleißig. Eben über all das, was die BVG so speziell macht. Über Kotze und Pisse. Über Ausfälle und Verspätungen. Über unsymmetrische Fensteraufkleber und sardinenbüchsenartige Zustände. Ja, es fegt ein waschechter Shitstorm über die BVG hinweg – so schlimm, dass man eigentlich gar nicht hingucken will weil es beinahe schon physisch weh tut. Nein, man möchte derzeit wirklich nicht im Social Media Team der BVG arbeiten – mit ziemlicher Sicherheit wurde dort in den letzten zwei Tagen geweint.

Wie jeder Ortsansässige habe ich selbst natürlich die BVG in der Vergangenheit bereits als ‘Saftladen’ bezeichnet. Sogar schon oft. Erst gestern zum Beispiel, als ich dank einer ausgefallenen U-Bahn nicht mehr in die nächste überfüllte Bahn mit reingepasst habe. Oder letztes Jahr, als mir der Fahrkartenkontrolleur eröffnete, dass man bei meiner innovativen FahrCard vergessen hatte meine Kundendaten zu hinterlegen, sodass ich nur eine bunte Plastikkarte ohne Daten vorzeigen konnte – was übrigens, laut Auskunft des Kontrolleurs, bei der Hälfte der Abokunden ebenfalls der Fall war. So ein kleiner Fehler kann einem natürlich mal passieren…kein Problem.
Auch plötzlich ausfallende Linien und Scheißehaufen auf Sitzplätzen erregen mitunter mein Gemüt. Kurzum, ich rege mich ungefähr wöchentlich über die BVG auf. Macht man halt so. Ist ja auch besser, als den Ärger runterzuschlucken.
Natürlich ist mir aber dabei vollkommen bewusst, dass das der Inbegriff eines anderen populären Hashtags ist: #firstworldproblems.
Wir haben es schon ganz gut hier, rein objektiv betrachtet. In meinem Heimatdorf fahren am Wochenende nur 3 Busse. In Worten: drei. Aber sowas vergisst man natürlich ganz schnell und gewöhnt sich an einen gewissen 5-minütigen Standard. Und was die Kotze und Kacke betrifft…Nun, die findet man hier ja auch außerhalb von Zügen, Trams und Bussen. Liegt vermutlich dann also eher an Berlin als an der BVG…

Nichtsdestotrotz ist es vielleicht ein bisschen vermessen zu fragen, was man an der BVG liebt. Der Sinn aller Verkehrsmittel ist es schließlich, einen von A nach B zu befördern. Das Wort ‘lieben’ verwendet man ja doch eher in einem anderen Kontext. Familie. Freunde. Lebensabschnittsgefährten. Zu sagen, ‘Ich liebe die BVG’, ist ein bisschen als ob man sagt: ‘Ich liebe Verdauung.’ Macht man nicht. Denn die Verdauung ist halt da und man ist auf sie angewiesen… Aber lieben…das geht dann halt ein bisschen zu weit. Ich habe auch selten jemanden sagen gehört: ‘Meine Verdauung, die funktioniert heute mal wieder tadellos!’, oder ‘Weißte noch das eine Mal, als ich das Schnitzel gegessen hab und mein Körper das einfach alles korrekt verdaut hat? Das war super!’
Nee, läuft so nicht. Man spricht darüber nur, wenn es Probleme gibt, und dann muss auch alles ganz schnell raus. Eben genau so wie mit der BVG. Und mit dem #weilwirdichlieben hat man den Berlinern quasi eine goldene Kloschüssel ins Bad gestellt. Man hätte ahnen müssen, dass sie sie auch benutzen. Die BVG hat auch schon getweetet, dass der Input ‘gesammelt und aufgearbeitet’ wird. Dabei wünsche ich viel Spaß!

Wenn ich abschließend noch einen ernstgemeinten Verbesserungsvorschlag machen dürfte: Ich bin dafür, dass in den U-Bahnen mehr Stormtrooper eingesetzt werden. Leider habe ich nämlich in den 7 Jahren, die ich jetzt schon mit der BVG fahre, nur einmal einen gesehen.

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Einmal 1985 und zurück, bitte.

Grad hatte man sich daran gewöhnt, 2014 zu schreiben, da ist es auch schon wieder vorbei. BÄMM. Silvester. BÄMM. 2015.
Ich habe nichts gemacht zu Silvester, weil ich der Silvester-Grinch bin. Trotzdem habe ich einiges an Sekt getrunken (man gönnt sich ja sonst nichts) und war grundlos bis um 6 Uhr wach. Mein Neujahrstag war also genauso zur Nutzlosigkeit verdammt wie der der Partygänger. Das wundervolle am Neujahrstag ist ja, dass es voll okay ist, nichts sinnvolles mit dem Tag anzufangen, weil sowieso die halbe Nation verkatert ist und auf der Couch rumliegt. Aber als ich so gegen 20 Uhr aufgestanden war, fragte ich mich dann doch, was ich jetzt noch mit dem angebrochenen Tag tun kann. Erstmal Sport (Vorsätze und so). Und dann? Vielleicht einfach nen Film gucken. Aber welchen?
Vor einiger Zeit hatte ich mir mal die Zurück in die Zukunft Trilogie zugelegt, aber die DVDs noch nie angeguckt. Zurück in die Zukunft Marathon also, Teil 1, 2, und 3 (wenn schon, denn schon). Ich hielt diese Filmauswahl für äußerst angebracht. Denn wir erinnern uns sicherlich alle (oder wurden von sozialen Netzwerken daran erinnert) in welches Jahr die Reise in Teil 2 geht. Richtig.

2015

2015 in the future

2015. Die Zukunft ist jetzt. Wir sind in der Zukunft. Was natürlich auch nur relativ ist, je nachdem in welcher Zeit man sich befindet. Aber im hier und jetzt findet man (oder finde ich) das schon ziemlich cool und auch ein bisschen merkwürdig und ich fühle mich auch ein bisschen alt – der erste Teil der Trilogie feiert in diesem Jahr immerhin sein 30-jähriges Bestehen.
Natürlich ist die Zukunft in der wir leben, anders als die Zukunft die man sich damals vorgestellt hat. Was ich stückweise ein bisschen enttäuschend finde. Wo sind die fliegenden Autos? Wieso gibt es keine Hydrier-Pizza? Und was ist mit den Hoverboards?
In vielerlei Hinsicht, ist das Jetzt allerdings ein wenig weiter entwickelt als dargestellt. Man erinnere sich da nur mal daran, dass Zukunfts-Marty per Fax gefeuert wird. Also ehrlich jetzt mal…Offenbar hatte man die Entwicklung des Internets 1985 (oder 1889 als Teil 2 herauskam) noch nicht vorhergesehen. Sowieso hatte ich in den letzten Jahren öfter mal das Gefühl, dass wir uns jetzt bereits in der fernen Zukunft befinden, die ich mir als Kind vorgestellt hatte. Man nehme da zum Beispiel die Smartwatches. Schon irgendwie futuristisch, dass man damit kommunizieren kann. Niemals wäre ich als Kind darauf gekommen, dass ich heute meinen Vater auf seiner Uhr anrufen kann (was ich nicht mache, weil ich Smartwatches bescheuert finde). Das war etwas, was in meiner Vorstellung nur zukünftigen Geheimagenten vorbehalten sein sollte….

Ehrlichgesagt war es, obwohl ich Zurück in die Zukunft immer bei meinen Lieblingsfilmen nenne, bestimmt schon 1o Jahre her, dass ich die Filme das letzte Mal gesehen hatte. Da ich aber Teile zitieren kann, weiß, dass NIEMAND Marty McFly eine ‘feige Sau’ nennt und ziemlich gut über den Fluxkompensator Bescheid wusste, hatten sie schon damals einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und genau das taten sie jetzt auch wieder. Denn nachdem ich um 4 Uhr nachts meinen Marathon beendet hatte, ließen mich 3 Gedanken noch weitere 2 Stunden nicht schlafen und dominierten auch heute noch meine Überlegungen.

1. Wie stelle ich mir eigentlich die Welt in 30 Jahren vor?
Ganz konkrete Vorstellungen habe ich da noch nicht. Nur ein paar vage Gedanken: Ich denke, dass auch in weiteren 30 Jahren die Autos nicht fliegen werden. Aber Reisen wird vermutlich schneller werden. Ich vermute auch, dass wir uns vom Konzept der Privatsphäre so langsam verabschieden können. Die Weiterentwicklung des Google Glass scannt uns, unsere Vorlieben und unseren Beziehungsstatus binnen Sekunden. Ein Mensch wird den Mars betreten haben. Es gibt eine einfache Heilmethode für Krebs. Prinz William ist König.
Ich hoffe außerdem, dass der Mensch bis dato gemerkt hat, dass er den Planeten schützen muss anstatt ihn zu zerstören. Die realistischere Vorstellung ist allerdings, dass dies eben nicht geschieht und die Erde, dank der Menschen, langsam den Bach runter geht. Es gibt eine Theorie, dass der Mensch so etwas wie der Virus des Planeten ist (kommt auch im Matrix Film vor). So wie es aussieht, könnte das stimmen (Interessantes Projekt dazu: What is missing). Kurzum: Baden im Meer kann man in 30 Jahren vermutlich vergessen.

2. Ich brauche eine Zeitmaschine
Würde es Zeitreisen tatsächlich geben, bräuchte ich mir Frage 1 natürlich nicht stellen, ich würde einfach nachsehen. Der Gedanke daran, nach Gutdünken durch die Zeit zu reisen, fasziniert mich ungemein. Einfach mal in die Vergangenheit fahren anstatt immer nur an die Ostsee: Beim Mauerfall dabei sein, durch das viktorianische London streifen, mal bei Ludwig XIV vorbeischauen… Jeder hat halt so seine Träume. Einmal Justin Bieber treffen, alle Sailer Moon Sammelsticker ins Panini Sammelheft kleben, Mann-Kind-Haus. Mein Traum – und ich weiß, dass das immer nur ein Traum bleiben wird  – ist es eben mal eine Zeitreise zu machen.
Der Stand der Wissenschaft sieht diesbezüglich derzeit so aus (ich würde das mit Quellen belegen, aber ihr könnt sowieso alle selbst googeln): 1) Zeitreisen sind theoretisch möglich. 2) Reisen in die Zukunft sind einfacher zu realisieren als Reisen in die Vergangenheit. (Nach Steven Hawking ist der einfachste Beweis dafür, dass es auch in Zukunft keine Reisen in die Vergangenheit gibt, dass schlichtweg noch niemand aus der Zukunft aufgetaucht ist). 3) Nach heutigem Stand bräuchte man für Zeitreisen eine unfassbar große Menge an Energie. Weshalb mein Traum vermutlich zu meinen Lebzeiten nicht realisierbar sein wird. Falls sich mir die Gelegenheit bietet, würde ich dafür allerdings meine Seele verkaufen. Deshalb bleibt mir nur die Fiktion. Glücklicherweise wird das Thema ja öfter mal in Filmen, Serien und Büchern aufgegriffen. Der geheime (und jetzt nicht mehr geheime) Zeitreisewunsch ist vermutlich auch der Grund dafür, warum ich so begeistert von Doctor Who bin, der in einer blauen Polizeibox, der TARDIS (Time And Relative Dimension In Space), durch Zeit und Raum reist.

doctor who - fancy trip

Yes, Doctor.

3.  Jeder sollte mal Zurück in die Zukunft gesehen haben 
Jeder! Auch wenn man danach traurig ist, dass man nicht in einem stylischen DeLorean durch die Zeit reisen kann. Wenigstens Teil 1 (weil er noch einen Müh besser ist als die Fortsetzungen). Ich habe nämlich neulich herausgefunden, dass es hier durchaus Menschen gibt, die die Filme nie gesehen haben. Solltet ihr davon betroffen sein, wendet euch vertrauensvoll an den Video on Demand Anbieter eures Vertrauens. Oder an mich, dann borg’ ich euch die DVDs aus. Als Gegenleistung hätte ich aber gerne Martys futuristische Kopfbedeckung. Das trägt man 2015 nämlich so.

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Und falls das ein Zeitreisender liest, komm doch mal auf ein Pläuschchen vorbei: Heute ist der 03.01.2015, es ist 02.35 Uhr.

P.S Was die Hoverboards betrifft: Ja, ich weiß, dass es die mittlerweile gibt. Aber die sind erstens nicht für die breite Masse erschwinglich. Und zweitens weitaus weniger cool als der rosa Lebensretter aus den Filmen. Aber ja, in diesem Bereich gibt es Hoffnung. Die Zukunft ist ganz nah.

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Filed under Sonstiges

Oh Geekmas Tree

Aloha Nerdmigos! Weihnachten steht vor der Tür. Meine Gefühlslage schwankt zwischen Glühwein geschuldeter Glückseligkeit und langsam aufkeimender Panik, weil ich noch nicht alle Geschenke beisammen habe. Kurzzeitig hatte ich zudem den Überblick darüber verloren, was ich für wen in welchem Onlineshop bestellt habe und war etwas überreizt wegen den weihnachtlichen Zusammenkünften, die mich davon abhielten meine  introvertierten Körperzellen aufzuladen. Aber jetzt ist alles okay, ich habe beinahe alle sozialen Gepflogenheiten erfüllt. Den Macarena auf der Weihnachtsfeier tanzen: Check! Vier Euro für einen Crepes auf dem Weihnachtsmarkt bezahlen: Check! Weihnachtslied Overkill beim gemeinschaftlichen Plätzchenbacken erleiden: Check! Was fehlt noch? Richtig, den Weihnachtsbaum schmücken: Check!
Traditionell wird so ein Baum in Deutschland ja erst am 24. Dezember geschmückt, aber da bin ich in der Heimat. Außerdem hat man dann ja nur sehr kurze Zeit etwas von seinem Baum und ich gehe auch nicht davon aus, dass meine Eltern mit meiner Christbaumdekoration konform gehen würden. Zudem bin ich ja jetzt offiziell erwachsen, da kann man ruhig seinen eigenen Baum haben. Deshalb habe ich meine eigene Nordmanntanne bereits erworben, aufgestellt und geschmückt. Tadaaa.

baumo

Majestätischer Baum 1000.

Ja, ich weiß, früher war mehr Lametta… Wusstet ihr eigentlich, dass Lametta Eiszapfen repräsentieren soll? (Christmas Tree Funfact No. 1!) Auf meinen nächtlichen Klick-Odysseen durch Wikipedia habe ich zudem das Geheimnis gelüftet, warum es bei Nanu Nana Christbaumkugeln in der Form von Gurken zu kaufen gibt. Die Amerikaner verstecken nämlich eine sogenannte Christmas Pickle im Baum und derjenige, der sie als erstes entdeckt, erhält ein zusätzliches Geschenk. (Christmas Tree Funfact No. 2!) Und obwohl Gurken köstlich sind, habe ich mich für ein anderes Thema entschieden. Bei genauerem Hinsehen kann man nämlich entdecken, dass ich bei meinem Baum traditionelle Weihnachtselemente mit, sagen wir mal, modernen kombiniert habe. Für den Fall, das ihr noch Inspiration für eure Bäume braucht, zoomen wir doch einfach mal in den Baum hinein.

Zum einen wären da die TARDIS (Time and Relative Dimension in Space) aus Doctor Who, die in mehrfacher Ausführung um den Baum herum fliegt (Vorlage hier) und die Kugeln, die ich mit Zitaten meiner Lieblingsgeschichten gefüllt habe (abgebildet das Modell ‘The Adventures of Sherlock Holmes’)

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Wo wir schon von Sherlock sprechen. Der sitzt in seiner dramatischsten Szene auch auf der Spitze des Baumes. Als Erinnerung daran, dass wir trotz der neuen Staffel Sherlock in 2014 (auf die man wohlgemerkt 2 Jahre warten musste), keine 100 % zufriedenstellende Antwort darauf erhalten haben, wie der Meisterdetektiv den Sprung vom St. Bart’s Hospital (oder in diesen Fall vom Weihnachtsbaum) überlebt hat. Und wie wir uns vermutlich alle erinnern, hat Sherlock-Star Benedict Cumberbatch zudem die diesjährige Oscarverleihung durch seine Photobomb Attacke auf U2 bereichert. In Gedenken daran, wird meim Baum nun an einigen Stellen von einem kleinen Christmasbatch gephotobombed.

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Die Sherlocks auszuschneiden (und ihnen mit stümperhaften Bildbearbeitungsskills Mützen aufzusetzen) war nicht besonders schwierig. Ausgefeiltere Bastelfähigkeiten habe ich dann bei diesen Kreationen an den Tag gelegt. Zum einen habe ich die unvergessenen Pacman Monster mit winterlichen Utensilien ausgestattet (es gibt auch noch die Modelle ‘Weihnachtsmütze’ und ‘Elchgeweih’). Zum anderen krachen Harry und Ron in diesem Jahr nicht in die Peitschende Weide sondern direkt in meinen Weihnachtsbaum (das Design stammt nicht von mir sondern existiert bereits in leicht abweichender Form hier).

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Jetzt fragt ihr euch vermutlich, ob ich eigentlich nichts besseres in meinem Leben zu tun habe als Weihnachtsschmuck zu basteln. Und die Antwort ist: Offensichtlich nicht. Basteln macht Spaß. Basteln entspannt ungemein. Basteln fetzt.

Und für den Fall, dass dem Baum etwas zustoßen sollte (Feuersbrünste, Baumdiebe, plötzlicher Nadelverlust etc.) habe ich auch noch einen Backup-Baum. Beziehungsweise einen Backup-Harry. Allerdings habe ich das Gefühl, dass er nicht übermäßig glücklich mit seiner Weihnachtsrobe ist. #SoDoneWithYourChristmasShit

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Harry Christmas (Hö hö hö)

 

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Filed under Mein Leben, Sonstiges

Wieso? Weshalb? Warum? – Wer Google fragt, bleibt manchmal trotzdem dumm

Kinder, wie die Zeit vergeht. Ein halbes Jahr liegt meine letzte Suchmaschinenanalyse schon zurück. Seither haben sich wieder einige verwirrte Seelen mit fragwürdigen Suchanfragen auf meinen Blog verirrt, die ich an dieser Stelle natürlich beantworten möchte. Denn wer suchet, der findet. Auch wenn derjenige eventuell Probleme mit der Bedienung von Google hat. Oder mit der Realität. Aber seht selbst:

strahlenschutzanzug für zuhause – Es gibt doch nichts schöneres, als von der Arbeit nach Hause zu kommen und erstmal in den Strahlenschutzanzug zu schlüpfen..

sie stand neben mir und pisste im stehen – …vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

auf konzerten rumstehen und haare schütteln – Kann man machen. Andere Aktivitäten auf Konzerten umfassen: Im Takt mit dem Kopf nicken, Bier trinken, klatschen und springen.

wo kann man bumm bumm kaufen für silvester

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Versuchs doch mal im Kaufi Kaufi. Ich suche übrigens auch noch Zisch-Knalls, die ich um 0 Uhr anzünden kann.

manchmal ist es leichter an einhörner zu glauben – Was heißt hier manchmal?

pinkelt ihr auf den kinositz – Wenn die Antwort auf diese Frage ‘Ja’ ist, seid doch so freundlich, eure Adresse in den Kommentaren zu hinterlassen damit ich vorbeikommen und euch eine reinhauen kann.

was passiert wenn ich bei der ice bucket challenge nicht spende und auch nicht mich mir wasser übergieße? – Ich bin ziemlich sicher, dass das Universum implodieren wird.

ähm ja vielleicht was wieso warum vielleicht wieso vielleicht kann emails immer dank google scheiße f***** – Ich möchte das mithilfe eines Liedes beantworten: Yes. No. Maybe. I don’t know. Can you repeat the question?

schonmal facebook status gelogen – Aufgrund des integrierten Wahrheitsfilters ist der Facebookstatus immer zu 100% wahrheitsgetreu.
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tumblr ich liebe dich aber du kennst mich nicht – In Webseiten verliebt zu sein ist immer eine harte Sache. Du musst einfach lernen, damit umzugehen. Google erwidert meine Liebe auch nicht aber das Leben geht trotzdem weiter.

Und aus der Kategorie „Spaß mit der Google Spracherkennung“:
google zeig mir die nächste bordell in meiner umgebung – Herrlich diese modernen Zeiten. Früher musste man auf der Suche nach einem geeigneten Puff noch stundenlang durch die Straßen streifen.

google zeig mir arsch kämpfe – Die erste Regel des Arschkampf Clubs lautet: Ihr verliert kein Wort über den Arschkampf Club…

brigitte nicht okay google zeig mir bonobos – Ey Brigitte, hör auf jetzt! Stör deinen Mann nicht immer, wenn er wichtigen Beschäftigungen nachgeht, wie nach Bildern von Bonobos zu suchen.

google zeig mir bilder von geilen glotzen – Ich könnte mich irren, aber ich glaube, dass du eigentlich etwas anderes googeln wolltest. Immer schön deutlich sprechen.

okay google zeig mir was gegen nazis pastinaken – Die Pastinaken von Nazis sind echt die schlimmsten.

ok google wenn ein junge mich fragt ob wir zusammen sein wollen was soll ich sagen – Ich weiß wirklich nicht, ob man das so pauschal sagen kann. Eventuell kommt das ja auch ein bisschen auf den Jungen an. Auf der sicheren Seite ist man immer mit: ‘Ich mag Toastbrot.’

okay google zeig mir schöne bücher auf weißem papier mit text – Bücher mit Text auf Papier… Hmmm. Das könnte echt schwierig werden.

warum sagen die leute in der google werbung immer so dämlich ok google. – Eine äußerst berechtigte Frage. Und noch viel wichtiger: Was haben Bonobos und Schwarzwälderkirschtorten damit zu tun?

okay google zeig mir die hunde die ganzen land also lange ohren haben – „Ich kaufe ein A und möchte lösen: Bockwurst.“

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Endlich (Ho ho ho)

What’s up, Grinches?
Totensonntag ist vorbei, die Weihnachtsbeleuchtung ist an, wir befinden uns damit ganz offiziell in der Weihnachtszeit. Das ist keine Übung. Ich wiederhole: Weihnachtszeit. Bewaffnet euch mit Pfefferkuchen, füllt die Wassertanks mit Glühwein und befüllt die Streuer bis zum Anschlag mit bunten Streuseln.
Aber jetzt mal ernsthaft: Wenn ihr jetzt langsam endlich alle mal in Weihnachtsstimmung kommen würdet, das wäre nett. Wenigstens ein bisschen. Bitte! Einer vielleicht? Hallo…jemand da?
Denn ich selbst bin schon seit August im Weihnachtsmodus – und ich muss sagen, damit steht man im Spätsommer ziemlich alleine da. Ganz recht. August. Ich habe bereits immer Sommer eine Playlist auf Spotify mit Weihnachtsliedern erstellt und höre diese seither und summe seit dieser Zeit auch O du fröhliche. In aller Öffentlichkeit! (Fragt meine Kollegen, die können das mit einem Augenrollen bestätigen). Im September habe ich dann Lebkuchen gekauft und im Oktober bereits Plätzchen und Spekulatius Muffins gebacken. Als ich dann neulich mal ein Wochenende damit verbracht habe, alle Harry Potter Filme zu gucken, war es dann in weihnachtlicher Hinsicht absolut um mich geschehen. Denn, ihr müsst wissen, Weihnachten in der Zaubererwelt und besonders in Hogwarts ist absolut super. Mal abgesehen von dem einen Jahr, in dem Harry zu Weihnachten das Grab seiner Eltern in Godric’s Hollow besucht, dort weint und dann später von einer riesigen Schlange angegriffen wird, die aus dem Körper der alten Bathilda Bagshot kriecht (Ups, Spoiler Alert). Aber das kann man ja verdrängen.
Seitdem horte ich jedenfalls Christbaumschmuck in meiner Wohnung. Aber ich kaufe ihn nicht nur, ich bastle in auch selbst. Der Anspruch ist nämlich den diesjährigen Baum ausgesprochen geeky zu gestalten – und das, was ich da dranhängen will, gibt’s eben nicht zu kaufen. Und außerdem ist basteln halt einfach super. Als Erwachsener hört sich das aber immer irgendwie doof an, wenn man sagt man bastelt grad was. Nur zu Weihnachten, da geht das. Und guckt mal, was dabei schon schönes rausgekommen ist: Kugeln mit Geschichten drin. Zitate aus Harry Potter, Sherlock Holmes und aus der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Weil Weihnachtszeit nämlich so eine gute Zeit ist sich Geschichten zu erzählen:

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Ich meine, die sind mir ganz gut gelungen. Und es hat bestimmt nur 3 Stunden gedauert die Zettel alle auszuschneiden, sie zu rollen und dann da reinzustecken. ABER das war’s wert. Finde ich zumindest. Weihnachtszauber und so.

Zwischen den Zeilen könnte man unterdessen vielleicht herausgelesen haben, dass ich Weihnachten mag. Das gebe ich jetzt zu, ganz offiziell. Aber ich weiß ehrlichgesagt nicht so genau, wie es dazu kommen konnte. Vielleicht lag es an den Geistern, die mich im letzten Jahr aufgesucht haben. Der Geist der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Weihnacht…Okay, das ist natürlich Humbug (aber trotzdem ‘ne gute Story).
Aber es ist mir tatsächlich bereits letztes Jahr aufgefallen, als ich plötzlich im Takt zu Jingle Bells mit dem Kopf wippte. Der Wandel vom Grinch zum Weihnachtself vollzog sich schleichend, von “Ich hasse Weihnachten” über “Eigentlich ist Glühwein ja doch ganz lecker” dann zu “Last Christmas ist gar nicht so schrecklich wie alle immer behaupten” bis hin zum heutigen Stadium, in dem mein Hirn quasi nur noch goldenen Sternen und kleinen Weihnachtsmützen besteht.
chandler - exited

Und ja, ja, ich weiß, viele können Weihnachten nicht leiden. Und vielleicht habt ihr da alle auch gute Gründe zu. Und ja ich weiß, auf der Welt geschehen so viele schreckliche Dinge, dass es eigentlich nichts zu feiern gibt. Aber auf der anderen Seite, wird die Welt auch nicht besser wenn ich mich nicht freue. Und schließlich das Top-Argument der Grinche: Weihnachten ist doch nur Kommerz. Und ja klar, das mag vielleicht teilweise sogar stimmen. Aber man muss sich dem ja nicht hingeben.
Mir geht es ja auch gar nicht um Geschenke. Mir geht’s um bunte Lichter und darum, flauschige Weihnachtspullis anzuziehen, mit Freunden zusammenzukommen, Punch zu trinken, über Weihnachtsmärkte zu schlendern, Die Geister, die ich rief und das Wunder von Manhattan und Doctor Who Weihnachtsspecials zu gucken, Weihnachtsbäume zu schmücken, Geschichten zu lesen, dankbar zu sein, für das was man hat, Plätzchen zu backen und an Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen zu essen.

Die Grinche dürfen sich jetzt gerne angewidert abwenden während mir hier die weihnachtliche Suppe noch einen Monat lang aus den Ohren läuft.
An alle anderen: Fröhliche Weihnachten! Tralalalalalalalala. La!
doctor who - christmas

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How Not To: Bartpflege

Neulich saß ich nach Feierabend mit meiner frisch erworbenen Brigitte in der Regionalbahn nach Potsdam. Ich las mich gerade durch die neuesten Innovationen in der Kartoffelküche (der ausschlaggebene Artikel für den Kauf). Aber nicht nur, dass die Gerichte eigentlich auch nur alte Hüte mit neuen Schleifen waren, auch noch etwas anderes störte das Lesevergnügen. Es war ein brummendes, schabendes Geräusch. Brrrrrrrrrbrrrbrrr. Ich begann mich zu fragen, ob dieser Zug wohl ein kleines bis mittelschweres technisches Problem haben könnte, bis ich dann aufsah und schnell die Ursache des Geräusches ausfindig machen konnte: der Business-Typ mir gegenüber rasierte sich mit einem elektrischen Rasierer die Visage. Achso, na dann ist ja alles in Ordnung, dachte ich und widmete mich wieder meinem Magazin.
Moment mal. Das kann nicht stimmen. Ich schaute nochmals hin, er rasierte sich immernoch. Bizarr. Was wohl jetzt mit den Überresten seines Dreitagebarts geschieht? Als Mädchen kenne ich mich ja nicht so gut mit Elektrorasierern aus. Und die Exfreunde waren alle Nassrasierer. Ziehe kurz in Betracht, dass dieses Gerät die abgeschnittenen Barthaare vielleicht auch gleich aufsaugt wie ein kleiner Staubsauger. Andererseits hatte ich meinen Vater nie zu meiner Mutter sagen hören: “Wenn du einkaufen gehst, bring bitte noch neue Bartsaugerbeutel mit, der ist bald schon wieder voll.” Es war also viel wahrscheinlicher, dass die Haare einfach auf den Boden rieselten und wenn eine frische Briese durch die Türen wehte, sich mit der Atemluft im Raum verteilten. Ich buchte das öffentliche Bartschneiden deshalb direkt mal in die Kategorie “reudig”.
Merkwürdigerweise zeigten sich meine Mitreisenden äußerst unbeeindruckt. Die guckten nichtmal schräg. Ich begann mich zu fragen, ob ich wohl die einzige hier bin, die dieses Verhalten ungewöhnlich findet. Eventuell ist das ja auch heutzutage eine gewöhnliche Freizeitbeschäftigung. Und was sind deine Hobbies? Reiten, schwimmen und rasieren…
Die Dame auf der anderen Seite des Ganges brach allerdings nun in schallendes Gelächter aus. Na ein Glück, ich war nicht allein. Ich sah mit einem fragenden Blick zu ihr herrüber, der mit jeder Unze schrie: What the Fuck? Sie erwidert diesen. Wir lachten beide.
Mister Elektrorasierer fühlt sich von unserem Gegacker nun aber offenbar belästigt und setzte sich zwei Sitzreihen hinter uns ohne dabei den Rasierer abzustellen. Ich persönlich finde ja, er hatte wenig Recht dazu, sich belästigt zu fühlen, wo er doch hier seine Barthaare im ganzen Zug verteilte. Ich schabe mir hier ja schließlich auch nicht öffentlich mit einem Zungenreiniger den Belag von der Zunge.
Ich frage mich außerdem auch, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte. Hatte er das schon morgens so geplant? Schaff es jetzt nicht mich zu rasieren, muss aber gut aussehen für mein Date mit Agathe. Muss ich dann später im Zug machen. Oder war das mehr so eine plötzliche Eingebung? Fuck, ganz vergessen mich zu rasieren. Na zum Glück hab ich immer meinen Elektrorasierer dabei.
So oder oder so, die meisten Leute würden dafür vielleicht auf die Toilette gehen. Aber das war ihm hier im Zug vermutlich einfach zu eklig…

 

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Ärger im Bällchenbad

Gestern, am Tag des Mauerfalls, stand ich wie eine Million anderer Menschen an der Lichtergrenze. Dieses eine Mal störten mich auch die vielen Menschen nicht, weil ich es irgendwie schön fand, dass so viele gekommen waren um dem Anlass zu gedenken.
Ich stand dort mit Freunden, die ich vermutlich nicht kennen würde wenn die Mauer nicht gefallen wäre, oder zumindest nicht an einer Universität in Westberlin getroffen hätte.  Ich war also guter Laune, ohnehin schon den ganzen Tag irgendwie ergriffen, glücklich darüber wie viele Freiheiten wir hier heute genießen und vollkommen beseelt, was wohl auch vor allem damit zu tun hatte, dass ich auf der Fahrt zum Hauptbahnhof Wind of Change in Endlosschleife gehört hatte und nun quasi bis obenhin gefüllt war mit Mauerfallfreude. Die Ballons an der Lichtergrenze leuchteten munter vor sich hin, so wie ich in mir drin.

Dann um 19.20 Uhr sah man in Richtung Brandenburger Tor die ersten Ballons aufsteigen. Wir waren bis dato nicht ganz sicher gewesen, ob die Ballons alle auf einmal oder einer nach dem anderen losfliegen würden. Einer nach dem anderen also. Bis die Ballons in unserer Nähe in den Himmel steigen würde, würde also noch ein wenig Zeit vergehen. Wie kann man diese gut nutzen? Nicht etwa damit, andächtig die Lichterkugeln zu bewundern oder sich mal darüber zu freuen, dass man  hier stehen kann, völlig frei in seinen Entscheidungen, in der Lage über diese ehemalige Grenze zu schreiten wann immer man will.
Nein, die Menschen in unserem Umkreis hatten eine viel bessere Idee: sie beschwerten sich. Darüber, dass es viel zu neblig war beispielsweise (da kann man das nämlich gar nicht so gut sehen). Oder darüber, dass man im Dunkeln ja mit dem Handy keine besonders guten Fotos machen kann. Und an allem, so schien ist, waren die Organisatoren dieser Veranstaltung oder vielleicht sogar der Mauerfall selbst Schuld.
Mir widerstreben ja Leute zutiefst, die immer nach dem Negativem Ausschau halten, insbesondere dann wenn ich gerade etwas gut finde. Nicht dass etwas falsch daran wäre, den Mund aufzumachen, Misstände anzuprangern, Kritik zu üben, oder mal zu meckern. Das ist alles kein Problem, ich mache das ja auch…Aber man muss doch auch mal in der Lage sein, etwas zu würdigen und sich an Dingen zu erfreuen. Diese Eigenschaft scheint aber vielen Menschen irgendwo abhanden gekommen zu sein. Denn warum sollte man sich freuen, wenn man kritisieren kann? Restaurantbesuche sind dafür ein gutes Beispiel. Es scheint eine gewisse Befriedigung damit einherzugehen, jeden Mangel aufzudecken, und möge er auch noch so nichtig erscheinen. Was, die haben hier kein Tiramisu auf der Speisekarte? Das ist eindeutig der schlimmste Tag meines Lebens. Und überhaupt, diese Bratkartoffeln hier sind viel zu knusprig und der Teller war auch viel zu heiß. Und der Orangensaft war halt auch nicht frisch gepresst. Ärger im Paradies. Jedes Mal.
Dann schauffeln sie sich den Teller voll mit dem 8 Euro All you can eat beim Chinesen, um dann aus den vollgestopften Mundwinkeln verlauten zu lassen: In den gebratenen Nudeln sind viel zu wenig Sojasprossen.
Aber so ist er eben, der Deutsche. Will was sehen für sein Geld, im Idealfall ein 300g Rumpsteak vom Koberind an Biobackkartoffel für 4,99 Euro. Und auch wenn er nichts bezahlt hat, sondern einfach nur erschienen ist: er will was sehen.
Von diesem Schlag war auch die  Familie die ich gestern besonders ins Herz geschlossen hatte. Sie standen ein paar Meter hinter uns und sie waren ganz besonders unzufrieden. Zunächst wegen der Kälte, die an einem Novembertag wohl tatsächlich überraschend gekommen zu sein schien und weil sie hier blöd rumstehen mussten. Man könnte meinen, man hätte sie gezwungen hier zu sein. Aber als dann die ersten Ballons in den Himmel aufstiegen war schnell klar, was das wirkliche Problem dieses Abends war. Die Mutter des Clans ließ lautstark verlauten „Warum lassen die denn jeden einzeln hoch? DIT IS DOCH BLÖD!!“ Klar, es hätte mehr “Aaahh”s gegeben wären die alle gleichzeitig aufgestiegen wären, aber Rom wurde halt auch nicht an einem Tag erbaut. Kein Grund hier Terror zu machen und Dinge zu kritisieren, an denen man selbst keinen einzigen Deut mitgewirkt hat. Vermutlich stand diese Frau auch vor 25 Jahren an der Mauer und wunderte rum: Ey kloppen die jetzt hier jeden Stein einzeln raus? Dit is doch blöd!!
Aber dann endlich flogen die Ballons auch in unserer Sichtweite. Jetzt trieb sie Ihren Mann an: “Guck doch, da fliegense! Guck mal, mach doch mal n Foto!” Denn wenn Sie sich hier schon hinstellt, dann will sie auch ein Foto um das dann hinterher rumzuzeigen und zu sagen: Guckt mal die Ballons. Ich wollte die ja alle zusammen hochfliegen lassen, aber auf mich hört ja keiner.
Dann war das Fliegen vorbei, ein kurzes Feuerwerk war noch hinter dem Bundestag zu sehen. „Und dit wars jetzt?“, kann man sie fragen hören. Ja dit wars jetzt. Ach nee, wartet, David Hasselhoff wollte doch eigentlich noch nackt mit einem lustigen Hut, auf einem gespannten Drahtseil mit einem winzigen Fahrrad, I’ve been lookin for freedom singend, die Spree überqueren. Aber der ist leider durch einen Riss im Raum-Zeit Kontinuum gefallen und Silvester 1989 am Brandenburger Tor gelandet. Boaah wären wir mal lieber dahin gefahren.

Da nun aber kein Entertainment mehr zu erwarten war, löste sich die Menschenmasse schnell auf, auch unser Grüppchen. Ich wollte vollgestopfte S-Bahnen vermeiden und lief deshalb an der Spree entlang erstmal in Richtung Bahnhof Friedrichstraße und weil es da so voll war noch 2 Stationen weiter. Viele Menschen begutachteten auf dem Weg die Ständer, an denen einst die Ballons befestigt waren. Sie sahen nun aus wie eine große Ansammlung von hässlichen Stehlampen. lampen
Ich fragte mich, was wohl jetzt damit geschehen würde. Vermutlich würden Sie für weitere Lichtinstallationen verwendet werden können. Als ich den Bahnhof Naturkundemuseum betrat wurde mir allerdings vor Augen geführt was wirklich mit den Lampen geschah: Die Leute nahmen sie mit nach Hause. Stolz wie Oskar standen da zwei mit den erbeuteten Lampen in der Hand. Ich stand da und ein leises “What the Fuck?” kullerte mir aus dem Mund. Die Leute klauen auch echt alles… Und nicht nur diese beiden. In ganz Berlin gingen die Lampen verloren. Man braucht sich gar nicht die Frage stellen, ob diese Lampe mit dem Interieur des Wohnzimmers harmoniert, oder was man überhaupt damit will. Die Lampen sind umsonst, und deshalb nehmen wir die mit. Punkt aus. Eine Gratislampe ist ja wohl auch das mindeste was man erwarten kann, wenn schon nicht alle Ballons auf einmal fliegen und man hier stundenlange Warterei aushalten musste. Nein, das deutsche Volk lässt sich nicht mehr alles gefallen. Am 09. November 2014 steht es wieder für seine Sache ein und holt sich zurück was es verdient…

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Endstation Ödigkeit

Ich erstelle gerne Hitlisten. Deshalb ist so ziemlich alles in meinem Kopf mit einem Ranking versehen. Ich erstelle diese Listen um sie dann im mentalen Aktenschrank zu verwahren – der Übersichtlichkeit halber. Beste Serien (Sherlock auf Platz 1), Lieblingsbücher, die wohlschmeckensten Lebensmittel…ihr versteht das System. Diese Listen können und müssen natürlich von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. Erst jüngst habe ich mein persönliches Ranking für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin überdacht. Die Hitliste ist geordnet von annehmbar nach widerlich. Letztgenanntes ist also das verhassteste: 5. S-Bahn, 4. Bus, 3. Regio, 2. Tram, 1. U-Bahn.
Lange Zeit hielt sich die Tram auf Platz 1. Da ich aber nun seit einem Jahr vermehrt die U-Bahn nutze, war ich gezwungen die Liste umzustrukturieren.
Ich fahre nämlich jetzt  jeden Tag zwei mal 25 Minuten am Stück mit der Untergrundbahn und ich sage euch, 25 Minuten in der U-Bahn sind gefühlt 10 Jahre verlorene Lebenszeit. Seestr. – Ullsteinstr – hin und zurück, insgesamt 50 Minuten am Tag. Wenn man den Punkt erreicht hat, an dem man so routiniert und vertraut mit der Route ist, dass man anhand der Anzahl der ein- und aussteigenden Personen abschätzen kann, an welcher Haltestelle man sich befindet ohne rauszugucken, verliert das Ganze irgendwie an Reiz. Nicht, dass der Reiz jemals groß gewesen wäre. Aber nun ist er eben vollständig verschwunden und wurde mit einer äußerst ausgeprägten Langeweile und einer Abneigung gegen ebendiese und das Verkehrsmittel an sich ersetzt. Wenn ich mich nicht langweile oder meine Abneigung vertiefe, denke ich nach. Generell hat man während einer U-Bahnfahrt ja viel Zeit, einige Dinge zu überdenken. Ergo: das neue und verbesserte Nahverkehrsranking. Ich habe außerdem ergründen können, warum mir die tägliche U-Bahnfahrt so zuwider ist. Es hat mehrere Ursachen, die Abneigung ist quasi multikausal.

Zum einen wäre da die Tatsache, dass die Bahn unterhalb der Erde verläuft und somit eher selten Tageslicht in den Waggon dringt. Wie eine gelbe Ringelnatter schlängelt sie sich durch den Berliner Untergrund und verschluckt Leute hier um sie dort wieder rauszupupen. Der Menschheit ist natürlich für diese glorreiche Erfindung zu beglückwünschen und hat sicherlich für die Tatsache, dass sie die Natur mal wieder ausgetrickst hat ein aufmunterndes Schulterklopfen verdient. Allerdings ist der Mensch nun von der Natur nicht dazu vorgesehen, unter der Erde zu leben. Wenn dem so wäre, würde er das auch tun. Er tut es nicht – denn er braucht Licht, die Abwesenheit desselbigen führt belegtermaßen zu Stimmungsverdunklungen (Stichwort: Winterdepression). Heißt also: Viel U-Bahn = viel Dunkelheit = viel Traurigkeit.
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Vielleicht ist das auch einer der Gründe dafür, dass die Menschen in der U-Bahn in der Regel eher griesgrämig daherkommen. Der Berliner an sich ist jetzt ja sowieso nicht der fröhlichste und schon gar nicht der freundlichste. Es liegt nicht in seiner Natur, die ganze Zeit dummdreist grinsend durch die Weltgeschichte zu stolpern. Aber in der U-Bahn wird dieser Eindruck noch verstärkt. Vielleicht liegt es auch am stroboskopartigen Licht, aber wenn man sich die Fahrgäste mal genau anguckt – und das tue ich, weil ich während der Fahrt ja nichts anderes zu tun habe außer Musik zu hören – sehen die alle irgendwie unglücklich aus. Das liegt vielleicht auch an der U6, mit der ich täglich fahre und in der diese Gedanken entstanden sind, die weder eine große Anzahl von Assis und Halunken (U8, U5 oder U9) noch Touristen (U2) sondern eher Leute die zur Arbeit fahren, befördert. Die arbeitende Bevölkerung scheint – anders als beispielsweise das Partyvolk in der Ringbahn – nicht glücklich zu sein. Reflektieren offenbar ständig, dass sie früher Astronaut, Pirat, Radiomoderator oder Heißluftballonkapitän werden wollten und jetzt stattdessen mit der U-Bahn zu einem ganz anderen Job fahren. Boulevard of broken dreams. Kurzum: Die U-Bahn ist die Trauerfeier des öffentlichen Nahverkehrs.

Natürlich könnte man sich von dem ganzen Elend ablenken. Man könnte zum Beispiel aus dem Fenster gucken. Ach nee, halt. Man sieht nur U-Bahntunnel. Und die Reflektion der eigenen Visage. Schön ist echt anders. Der Blick an die Wände des U-Bahntunnels ruft bei mir außerdem ein Gefühl der Beklemmung hervor. Was, wenn der Zug jetzt steckenbleibt? Zssschchhhh. Oh psssst, hört hier das? Das ist das Geräusch meiner langsam hochkochenden Panikattacke. Jedes Mal wenn der Zug kurz im Tunnel zum Stehen kommt, denke ich: Oh Gott, jetzt ist es soweit, wir sind im U-Bahntunnel gefangen. Wir werden ALLE sterben. Ich weiß natürlich, es gibt Notfallpläne für solche Situationen. Aber wir sprechen hier von der BVG – wer weiß schon, ob diese Pläne nicht aus Versehen, durch eine unglückliche Verkettung von Zufällen, als Füllung für die Polsterung der Sitze verwendet wurden… In Filmen in denen sowas passiert, gibt es immer einen Charakter, der ausgesprochen panisch reagiert und dann entweder an den Folgen des Nervenzusammenbruchs stirbt, oder – wenn es einen kriminellen Hintergrund gibt – vom Täter als erstes erschossen wird – einfach weil er so nervt. Das wäre mein Part.
Und wo wir auch schon von unguten Gefühlen sprechen. In einer vollbesetzten U-Bahn sind die Leute halt einfach ziemlich nah an dir dran. Der Wohlfühlabstand zu Fremden beträgt in der Regel rund einen Meter. Was in den wenigsten Verkehrsmitteln gegeben ist, aber in der U-Bahn ist der Platz noch weiter eingeschränkt als beispielsweise in der S-Bahn. Mal ganz davon abgesehen, dass die U-Bahn in Zeiten des GDL-Streiks eher Sardinenbüchse als Transportmittel ist. Was weder den U- noch die S-Bahnfahrenden gefällt. Die wollen nicht hier sein und wir wollen die hier nicht haben.

Hinzu kommen täglich die Charaktäre, denen man direkt beim ersten Zusammentreffen freundlichst eine schöne große Tasse Instant-Hass aufbrühen möchte. Leute wie Frau HierSitztMeineTasche, Fräulein AufrückenWirdÜberbewertet, die Herren LeseMeineÜbergroßeTageszeitungObwohlHierKeinPlatzIst und RückeImmerEinBisschenZuNahAnDichRan, der junge HörtEuchMalMeinenNeuenKlingeltonAn, Reisegruppe Ahnungslos, das Ehepaar RedenSoLautDamitIhrAlleDieLangweiligeGeschichteHörenKönnt (die auch der Hauptgrund dafür sind, dass ich in der Bahn meistens nicht lese) sowie der allseits beliebte Lord StinkeNachPisseUndBier.
Aber ich könnte diese Geißeln der Menschheit vielleicht ignorieren wenn mich Fahrt und Strecke nicht mitlerweile so anöden würden, dass es mich ärgert. Ich kann damit nicht umgehen, denn ich langweile mich wirklich nicht oft. Ich kann mich nämlich gut selber beschäftigen. Aber in der Öffentlichkeit sind diese Möglichkeiten begrenzt, sodass ich mich spätestens 15 Sekunden nach Fahrtantritt frage: Sind wir endlich da?

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Ihr kennt sicherlich das Gefühl, dass ihr etwas so langweilig findet, dass es euch ankotzt. Insbesondere seit ich angefangen habe Doctor Who zu schauen, der in einer Polizeibox durch Zeit und Raum reist, kommt mir die U-Bahnfahrt nicht nur unglaublich langsam sondern auch äußerst ereignislos vor. Aber selbst ohne Doctor Who Einfluss: U-Bahntunnel kommen in etwa dem Spannungslevel eines abgestandenen Wasserglases gleich. Und auch U-Bahnhöfe sind nach 500 Stops doch irgendwie nicht mehr so übermäßig interessant.

Einmal möchte ich auf dem Heimweg aus dem Fenster gucken, und feststellen, dass die Tunnel jetzt aussehen wie der Sternenhimmel oder dass am Bahnhof Mehringdamm alle Kopfstand machen und dabei gleichzeitig die Ode an die Freude singen. Das ist doch wohl wirklich nicht zu viel verlangt. Aber nein, jeden Tag der selbe Mist. Täglich grüßt das U-bahntier. Immer nur fahren, fahren, fahren. Deshalb verlasse ich dieser Tage öfter mit dem Gedanken „Fuck This Shit!!!!“ verfrüht die Bahn um Teile des Weges zu Fuß zurückzulegen. Erschreckenderweise ist die Erdoberfläche auch nur mäßig spannender, aber immerhin sehr viel besser belüftet.
Und morgen früh fahre ich dann endlich wieder mit der U-Bahn. So wie jeden Tag. Ich kann’s kaum erwarten.

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